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Geänderte Pläne: Bis zu zwei Anlagen zusätzlich im Ilsetal / Flächen bei Lüntorf und Grohnde bleiben bestehen

Mehr Platz für weitere Windräder

Emmerthal. Seit Freitag liegen die Unterlagen für die Windkraftpläne der Gemeinde Emmerthal im Rathaus aus. Nur in einem Punkt unterscheiden sich die drei zusätzlich vorgesehenen Konzentrationsflächen vom vergangenen Entwurf: Das Gebiet zwischen Börry und Bessinghausen ist um 5,8 Hektar in südlicher Richtung erweitert worden. Bekanntlich hatte sich die Windkraft Ilsetal GmbH & Co. KG dafür eingesetzt, um dadurch zwei bis drei 2,5-MW-Anlagen zusätzlich in eigener Regie errichten zu können – quasi als Bürgerwindpark. Bekanntlich handelt es sich dabei um eine Gesellschaft, der rund 70 überwiegend heimische Kommanditisten angehören. Sie betreibt auch die im Gemeindegebiet bislang einzigen Windenergieanlagen bei Börry.

veröffentlicht am 07.08.2015 um 17:28 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:03 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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In den Planungsunterlagen heißt es einschränkend, dass dadurch bislang nur für eine oder zwei Anlagen zusätzlich Platz geschaffen wird. Dazu bedürfe es der Absprache mit einem Investor, der bereits Windräder in der bisher vorgesehenen Fläche errichten will. Durch die Erweiterung sehen die Planer für die Konzentrationsflächen kaum Konfliktpotenzial. „Durch die eng begrenzte Erweiterung nach Süden kommt es nicht zu einer wesentlichen Zusatzbelastung der Bewohner der umliegenden Ortsteile Börry und Bessinghausen“, heißt es in dem Bericht. „Der 1000-Meter-Siedlungsabstand wird überall eingehalten. Von Bessinghausen aus betrachtet, ist die Konzentrationsfläche – auch mit der Erweiterung nach Süden – nicht komplett einsehbar.“

Bürgermeister Andreas Grossmann weist auf Nachfrage darauf hin, dass es sich bei der Erweiterung um „keine Gefälligkeitsgeschichte handelt“, um den heimischen Investoren entgegenzukommen. Die Politik habe es als besser angesehen, insgesamt mehr Potenzialfläche für Windenergieanlagen auszuweisen.

Mit den nun vorliegenden Entwürfen steht auch fest, dass an den beiden stärker umstrittenen Konzentrationsflächen im Gemeindegebiet festgehalten wird. Gegen das Areal zwischen Kirchohsen und Grohnde hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, Bedenken zur Fläche bei Lüntorf in der bisherigen Größe kamen besonders aus der SPD. „Es ist politischer Wille gewesen, dass die Konzentrationsflächen möglichst gleichmäßig auf das Gemeindegebiet verteilt werden“, ruft der Bürgermeister in Erinnerung. „Und daran hält die Politik fest.“ Rolf Keller bekräftigt diesen Konsens in doppelter Funktion: als Vorsitzender des Fachausschusses, der die Planungen begleitet, und als Ortsbürgermeister von Börry. Bekanntlich ist das Ilsetal bereits sehr durch Anlagen belastet, besonders durch die direkte Nachbarschaft des Windparks auf Holzmindener Kreisgebiet. Dennoch habe die Politik im Ilsetal akzeptiert, weitere Windräder zu akzeptieren, auch um die Pläne der heimischen Windkraftgesellschaft zu ermöglichen, sagt Keller. Er hoffe, dass der andere auswärtige Investor mit der Gesellschaft „Kompromisse schließt, damit beide Pläne umgesetzt werden können“.

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Grundsätzlich hatte Keller immer wieder für einen politischen Konsens bei den Planungen der Kommunalpolitik geworben, um damit die Akzeptanz im Ilsetal zu erhöhen. Dieser Bereich gilt als besonders wirtschaftlich für die Windkraft. Nun seien aber die Grenzen erreicht, sagt Keller und fügt in seiner Funktion als Ortsbürgermeister hinzu: „Damit haben wir unseren Beitrag zur Energiewende geleistet.“

Bürgermeister Grossmann weist darauf hin, dass dort keine weiteren Flächen geplant sind. Ihm sei zugetragen worden, dass Investoren im Bereich Esperde unterwegs seien, um mit Grundstückseigentümern zu sprechen. „Das Gebiet haben wir bewusst außen vor gelassen“, bekräftigt er. Die Planungen für die Konzentrationsflächen sollen zügig zum Abschluss gebracht werden. Der Rat soll voraussichtlich am 13. Oktober darüber entscheiden. Ein ambitioniertes Ziel, wie Grossmann einräumt. Er begründet dies aber mit einer laufenden Klage eines Windkraftinvestors für ein Gebiet außerhalb der geplanten Fläche nahe Bessinghausen. Seine Sorge sei, dass die Richter der Auffassung sein könnten, dass die Gemeinde nun genügend Zeit gehabt habe. Die Folge könnte sein, dass Anlagen im gesamten Gemeindegebiet möglich werden könnten. Grossmann: „Dann droht Wildwuchs.“

Die Planungsunterlagen sind bis zum 31. August im Rathaus zu den Öffnungszeiten und auf der Homepage der Gemeinde (emmerthal.de) einzusehen. Stellungnahmen sind nur zu den geänderten Teilen möglich.

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