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Landwind: „95 Prozent der Gewerbesteuer gehen nach Coppenbrügge“ – aber erst in einigen Jahren

Kein Gemeindeprofit durch Windkraft?

Coppenbrügge. Natürlich würde die Landwind-Gruppe Gewerbesteuern für ihre acht Windenergieanlagen im Windpark Kastanien Süd zahlen, heißt es von dem Unternehmen selbst. Um Gerüchten entgegenzuwirken, die in der Gemeinde Coppenbrügge aufgekommen seien, schickte Pressesprecherin Stefanie Mertz eigens eine Stellungnahme an die Dewezet.

veröffentlicht am 05.01.2016 um 18:54 Uhr
aktualisiert am 07.01.2016 um 13:13 Uhr

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Autor:

von maike lina schaper
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Darin teilt die Landwind-Gruppe mit, dass 95 Prozent der anfallenden Gewerbesteuer aus dem Windpark Kastanien Süd dem Flecken Coppenbrügge zuflössen. Gemäß gesetzlicher Vorgabe würde lediglich ein Satz von 70 Prozent in der Gemeinde des Windrad-Standortes verbleiben müssen. Die übrigen 30 Prozent gingen gewöhnlich an die Gemeinde, in der die Betreibergesellschaft mit ihrem Verwaltungssitz gemeldet ist. Im Fall von Landwind ist das Gevensleben im Landkreis Helmstedt. Von dieser 70/30-Quote würde aber im Einvernehmen mit allen betroffenen Parteien – sprich der Gemeinde Coppenbrügge, der Gemeinde Gevensleben und der Landwind-Gruppe selbst – abgewichen werden.

Weiter heißt es, dass die Landwind-Gruppe für den Flecken Coppenbrügge auf eine Betriebszeit von 20 Jahren gerechnet Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 200 000 Euro für jede ihrer acht Windenergieanlagen prognostiziert. Diese Berechnung hänge allerdings von dem tatsächlichen jährlichen Ertrag des Windparks ab und könne sowohl höher als auch niedriger ausfallen. Mit den ersten Gewerbesteuereinnahmen könne die Gemeinde ab dem vierten bis sechsten Betriebsjahr rechnen und im Laufe der Betriebszeit würden diese sogar noch ansteigen.

Auch Hans-Ulrich Peschka wurden diese Zahlen von Landwind genannt. Doch der Gemeindebürgermeister ist skeptisch: „Unsere Erfahrungen und Berechnungen zeigen, dass Windkraftanlagen um die zehn Jahre steuerliche Abschreibungen geltend machen können, sodass sie keine Gewerbesteuern abführen müssen.“ Zudem bekämen die Windräder in der späteren Nutzungszeit Schäden, dessen Reparaturen wiederum abgesetzt werden könnten und zu der Verringerung der Gewerbesteuerzahlungen führen würde. Es gäbe viele Faktoren, die dort hineinspielen und Coppenbrügge die Einnahmen verringern könnten. „Natürlich freue ich mich über 200 000 Euro für die Gemeinde – wenn sie kommen. Und es ist klar, dass wir aus der Atomkraft aussteigen müssen. Doch hätte man auch die Gesetzgebung für erneuerbare Energien im Vorfeld besser überdenken müssen“, kritisiert Peschka.

Bisher bezieht die

Gemeinde nur von vier Anlagen Gewerbesteuer

Von den Windrädern in der Gemeinde werfen bisher nur vier Anlagen Gewerbesteuern ab. Dazu gehören die drei Anlagen am Rebenstein bei Harderode vom Betreiber Windwärts sowie die eine Anlage der CleGe Energie GmbH bei Bäntorf, die alle im Juni 2005 ihren Betrieb aufnahmen. Wie viel diese Anlagen der Gemeinde einbringen, darf Bürgermeister Peschka nach eigener Aussage und mit Verweis auf Steuergeheimnisse nicht verraten. Die übrigen Windräder auf Coppenbrügger Boden stammen aus jüngerer Zeit. Ein Windrad auf dem Ruhbrink vom Betreiber Windmühlenkontor wurde im November 2014 in Betrieb genommen. Drei weitere Anlagen des Betreiberunternehmens aus Lemgo begannen im Frühjahr vergangenen Jahres am Ruhbrink damit, Strom zu produzieren. Bei noch einer Anlage dort, die ehemals Windwärts betrieb und nun zur GGEW WP Coppenbrügge gehört, drehten sich die Flügel ab vergangenem August. Die sieben Anlagen im Windpark Kastanien Nord vom aktuellen Betreiber CEE Windpark – vorher stand der Windpark an den Kastanien Nord unter der Regie der Windwärts GmbH – gingen zwischen März und Mai 2015 in Betrieb. Von den acht Anlagen der Landwind-Gruppe im Bereich Kastanien Süd sind vier inzwischen am Netz.

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