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Im Windpark Hohnsen schießen Masten in die Höhe – am Ende werden sie 186 Meter hoch sein

Himmelwärts

Coppenbrügge. „Schön ist etwas anderes“, sagen die beiden HBT-Mitarbeiter, die an der Baustelle des Windparks Hohnsen („Kastanien-Nord“) gerade eine Frühstückspause einlegen. Ihnen persönlich sichere die Maßnahme an der Landesstraße 423 zwar den Arbeitsplatz, aber den Tourismus im Bereich der Gemeinde Coppenbrügge könne man mit Sicherheit ebenso knicken wie die Hoffnung auf Werterhalt für die umliegenden Immobilien. Von Wertsteigerung könne schon gar keine Rede sein. Gleichzeitig wettern Anwohner über durch Schmutz „versaute Autos“ – Dreck, den Baufahrzeuge permanent auf den Zufahrtswegen hinterließen. Andere beobachten nicht nur nachts blinkende Schwerlastkolonnen des Zulieferverkehrs hinauf zu den nach und nach wachsenden Masten am Ruhbrink.

veröffentlicht am 13.11.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:20 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Panoramablick auf Riesenrotoren statt Weserberglandidylle ist endgültig Fakt im Flecken Coppenbrügge zwischen den Dörfern Hohnsen, Herkensen, Bäntorf, Brünnighausen und Dörpe. Am Ruhbrink laufen die Maßnahmen offensichtlich perfekt nach Plan, wie Betreiber Windfeder und Windmaus GmbH & Co KG aus Lemgo bereits im September signalisiert hatte. Mittlerweile gewinnt dort die letzte von drei Anlagen mit 179 Meter Gesamthöhe und 138 Meter Nabenhöhe in einer Flucht vom Ruhbrink in Richtung Dörpe an Höhe. Rotoren zu Weihnachten und Netzanschluss zum Jahresende sind realistisch. Bereits früher als geplant wurde im Oktober zwischen Bäntorf und Hohnsen mit der Errichtung der ersten von sechs knapp 186 Meter hohen Anlagen der Firma Windwärts (MVV Energie AG, Mannheim) begonnen. Eine Anlage nach der anderen soll nach Auskunft von Bauleiter Ulrich Kaufmann im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Mai in Betrieb genommen werden. Insgesamt würden dann jedes Jahr voraussichtlich rund 37 Millionen Kilowattstunden Windstrom direkt in eine 30-Kilovolt-Leitung eingespeist, die den Windpark vor Ort kreuzt. „Mit dem Ertrag“, so Kaufmann, „kann der jährliche Strombedarf von 12 000 durchschnittlichen Privathaushalten gedeckt und der Ausstoß von 29 000 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden. Für denselben Effekt müssten mehr als zehntausend Autofahrer ihre Fahrzeuge stilllegen und sich zudem CO2-frei fortbewegen.“

Bilder vom 11. und 13. November: Sie zeigen, in welchem Tempo die Masten in die Höhe schießen. ist/Dana

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