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Landwind hält an Plänen fest

Artenschutz spricht nicht gegen Erweiterung

SALZHEMMENDORF. Das Thema, noch weitere Windkraftanlagen neben die ausgewiesene Fläche zwischen Oldendorf, Ahrenfeld und Benstorf zu bauen, ist noch nicht vom Tisch.

veröffentlicht am 13.12.2017 um 14:18 Uhr
aktualisiert am 13.12.2017 um 16:50 Uhr

Mehrere Windräder betreibt die Firma Landwind in der Gemeinde Salzhemmendorf bereits. Ob am Standort zwischen Oldendorf, Benstorf und Ahrenfeld noch weitere Anlagen möglich sind, ist derzeit umstritten. Foto: Wal
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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So besuchten jetzt zwei Vertreterinnen des Windrad-Betreibers Landwind den Salzhemmendorfer Bauausschuss, um im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ihr Unternehmen und ihre Planungen vorzustellen. Fünf Windräder betreibt die Firma Landwind bereits im Windpark-Areal bei Benstorf. Und sie möchte weitere daneben errichten. Die genaue Zahl kann Stefanie Mertz, Pressesprecherin von Landwind, noch nicht nennen. Nur soviel: Wir sind mit Grundeigentümern und Gemeinde in Gesprächen.“ Ist das ausgewiesene Gelände doch voll, und der Flecken Salzhemmendorf weigert sich bislang, im Flächennutzungsplan eine Erweiterung des Vorranggebietes für Windkraft auszuweisen.

Um abzuklären, ob es grundsätzlich möglich ist, noch weitereWindkraftanlagen neben das ausgewiesene Vorranggebiet zu bauen, hat Landwind dasGebiet im Laufe dieses Jahres avifaunistisch untersuchen lassen. Das heißt, dass das ins Auge gefasste Areal als Lebensraum von Vögeln und Fledermäusen ins Blickfeld genommen wurde. Die Dauer war so gewählt, damit die verschiedenen Lebensphasen der Tiere beobachtet werden könnten. Landwind wartet derzeit noch auf das exakte Untersuchungsergebnis, das Anfang kommenden Jahres vorliegen soll. Stefanie Mertz kann dazu aber jetzt schon sagen, dass „bislang keine artenschutzrechtlichen Aspekte gegen eine Erweiterung des Vorranggebietes sprechen.“ Das Gebiet habe also durchaus Potenzial, so die Landwind-Sprecherin. Das habe man auch schon so mit der Genehmigungsbehörde beim Landkreis kommuniziert. Auch mit der Gemeinde habe Landwind erneut das Gespräch gesucht.

Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening steht indes Bestrebungen, weitere Windräder im Gemeindegebiet aufzustellen und dafür Sondernutzungsgebiete auszuweisen, nach wie vor ablehnend gegenüber: Die Gemeinde habe bereits seit 2005 einen Flächennutzungsplan, der regelt, dass Windenergieanlagen nur in dem ausgewiesenen Vorranggebiet gebaut werden dürfen – und das sei mit den fünf bestehenden Anlagen von Landwind bereits voll, argumentiert der Bürgermeister. Die Gemeinde habe sich mit ihrem Flächennutzungsplan „frühzeitig positioniert“, und das Ergebnis sei „rechtskräftig und unanfechtbar“, so Pommerening: „Wir haben den Flächennutzungsplan rechtlich prüfen lassen und sind der Meinung, dass er gerichtsfest ist.“ Seitens der Politik gebe es „derzeit auch keine Bestrebungen, den Flächennutzungsplan anzufassen.“ Landwind stände es aber frei, trotzdem einen Antrag bei der Genehmigungsbehörde Landkreis zu stellen und auch den Klageweg beim Verwaltungsgericht zu beschreiten, sollte dieser abgelehnt werden.

Landwind-Pressesprecherin Mertz versichert jedoch, dass es ihrem Unternehmen wichtig sei, nicht gleich mit dem Hammer einer Klage zu drohen. Man wolle vielmehr kooperativ vorgehen. Grundsätzlich sehe Landwind aber die Angreifbarkeit des Flächennutzungsplans, der ja schon relativ alt sei. Mertz: „Ein Flächennutzungsplan muss in regelmäßigen Abständen überprüft und aktualisiert werden.“

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