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Coppenbrügge freut sich über unerwartete Steuereinnahmen

50 000 Euro dank Windpark

COPPENBRÜGGE. Der Flecken Coppenbrügge freut sich über unerwartete Einnahmen. Wie Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mitteilte, bekommt der Flecken erste Gewerbesteuereinnahmen durch die Windkraftanlagen an den Kastanien Nord.

veröffentlicht am 02.01.2017 um 19:50 Uhr
aktualisiert am 14.02.2017 um 19:09 Uhr

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Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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100 000 Euro jährlich betragen die Zahlungen. Davon blieben im Endeffekt etwa 50 000 Euro in der Gemeindekasse, sagt Peschka. Die andere Hälfte verliert Coppenbrügge an den Landkreis und das Land. Eine erste Zahlung bekommt Coppenbrügge bereits rückwirkend für das Jahr 2015.

Unerwartet kommt die Nachricht über die Gewerbesteuereinnahmen vor allem deshalb, weil Kommunen in der Regel erst nach ungefähr acht bis zehn Jahren Gewerbesteuereinnahmen durch Windkraftanlagen bekommen. Neu installierte Parks werfen laut Bundesverband Windenergie nicht sofort nach ihrer Inbetriebnahme Gewinne ab, da zunächst Kredite abgezahlt werden müssten. In der Regel erwirtschafte der Betrieb von Windparks nach acht bis zehn Jahren erste Gewinne, in deren Folge dann die Gewerbesteuer anfällt. Nach der vollständigen Abschreibung des Windparks (im Schnitt nach zirka 16 Jahren) steige das Gewerbesteueraufkommen deutlich an.

Obwohl die Anlagen im Windpark Kastanien Nord erst 2015 in Betrieb genommen worden sind, bekomme Coppenbrügge die Gewerbesteuereinnahmen laut Peschka bereits jetzt, weil der ehemalige Betreiber des Windparks in die Insolvenz gegangen sei. Durch den neuen Betreiber, die CEE Group, seien die Investitionen nicht steuerlich absetzbar gewesen. Das Unternehmen habe vom ersten Tag des Betriebs an Gewerbesteuern zahlen müssen.

Die gute Nachricht erreichte die Gemeinde in einem Schreiben des zuständigen Finanzamtes aus Hamburg – dort hat CEE seinen Unternehmenssitz. Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Gemeinde Coppenbrügge hätten bestätigt, dass es mit dem Schreiben seine Richtigkeit hat, sagt Peschka. Die Gemeindeverwaltung geht davon aus, dass die 50 000 Euro auch noch für die nächsten 20 Jahre die Kasse der Kommune auffüllen werden.

Begehrlichkeiten würden die unverhofften Steuereinnahmen seitens der Politik aber nicht wecken, meint der Bürgermeister. Man sei sich einig, dass zunächst das Defizit der Gemeinde reduziert werden soll.

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