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In Hessisch Oldendorf sorgen Biogasanlagen für zwei Drittel der erneuerbaren Energie

Windkraft? Welche Windkraft?

Hessisch Oldendorf. Windräder sprießen derzeit im Landkreis Hameln-Pyrmont zahlreich aus dem Boden. Ob es um die Ausweisung von Vorranggebieten in Emmerthal geht oder neue Windkraftanlagen in Coppenbrügge, fast in jeder Kommune ist erneuerbare Energie aus Wind ein Thema. In Hessisch Oldendorf ist Windkraft dagegen nicht so präsent, betrachtet man den Energiebericht von Westfalen Weser Netz, Netzbetreiber in der Weserstadt. Vergleicht man die Anzahl an Windenergieanlagen 2012 mit der Anzahl 2013, so sind es nach wie vor sieben Anlagen. Eine größere Rolle spielen für die Stadt Biomasse und Photovoltaik. Insgesamt lag der Anteil regenerativer Energien am Gesamtstromabsatz in Hessisch Oldendorf 2013 bei 66,2 Prozent.

veröffentlicht am 01.04.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 16.10.2016 um 15:10 Uhr

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Autor:

von christoph Boßmeyer
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Bei den Biogasanlagen ist die Anzahl der Anlagen im Stadtgebiet zwischen 2012 und 2013 ebenfalls unverändert. Sechs Anlagen gibt es, die 2013 bei den regenerativen Energien einen Anteil von 66,9 Prozent ausmachten. 2012 waren es an der Stelle noch 65,9 Prozent. Betrachtet man den Strommix in Deutschland und konkret den Anteil erneuerbarer Energien, so liegt Windenergie vor Strom aus Biomasse. In Hessisch Oldendorf ist das Verhältnis dagegen umgekehrt. Die einzige Veränderung bei den Energieträgern gab es bei der Photovoltaik. Hier hat sich die Anzahl 2013 im Vergleich zu 2012 um 55 Anlagen erhöht – von 298 auf 353. Entsprechend erhöhte sich auch der Stromanteil aus Photovoltaik an der in Hessisch Oldendorf verbrauchten erneuerbaren Energie. Waren es 2012 noch 19,5 Prozent, sind es im aktuellen Energiebericht für das Jahr 2013 21,3 Prozent (+1,8 Prozent).

Bei der Photovoltaik sei zwar ein Anstieg bei der Anzahl der Anlagen zu verzeichnen, diese seien aber eher klein und produzierten Strom nur für den Eigenbedarf, so der Kommunalbetreuer bei Westfalen Weser Netz, Mike Süggeler. Bei der Windkraft ist dagegen ein Rückgang des Anteils bei den erneuerbaren Energien zu verzeichnen, obwohl die Anlagenanzahl gleich geblieben ist. Der Anteil betrug 2012 14,6 Prozent, 2013 fiel er auf 11,7 Prozent (-2,9 Prozent). Weiterhin als Stromquelle zu vernachlässigen ist die Wasserkraft, die unverändert bei einem Anteil am grünen Strom von 0,1 Prozent verharrt.

Im Landkreis Hameln-Pyrmont sieht es beim Strommix wie folgt aus: Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromabsatz betrug im Jahr 2013 93,3 Prozent und war damit größer als in Hessisch Oldendorf. Bei den Anteilen an der regenerativen Energie sieht es im Kreis auch anders aus als in der Weserstadt. Mit 60,9 Prozent liegt der Anteil der Biomasse unter dem Wert in Hessisch Oldendorf. Bei der Photovoltaik liegt der Wert auf Kreisebene mit 7,8 Prozent ebenfalls unter dem Hessisch Oldendorfer Wert. Bei der Windenergie allerdings liegt die Stadt hinter dem Landkreis als Ganzes zurück. Fast ein Drittel der erneuerbaren Energie im Landkreis Hameln-Pyrmont wird durch Windkraft erzeugt, während es in Hessisch Oldendorf an der Stelle nur 11,7 Prozent sind.

Im Energiebericht 2013 hatte Westfalen Weser Netz noch eine Tabelle veröffentlicht, die den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromabsatz pro Gemeinde im Landkreis Hameln-Pyrmont zeigte. Allerdings nur für die Kommunen, in denen Westfalen Weser Netz der Netzbetreiber ist. Im aktuellen Bericht ist eine solche Auflistung nicht mehr enthalten. „Die Kommunen haben teilweise damit geworben, wie sie im Vergleich zu anderen Gemeinden dastehen“, sagt Süggeler. Die Zahlen könne man aber nicht ohne weiteres in Relation setzen. Aussagekräftig sei ein Vergleich nur, wenn die Kommunen in etwa die gleiche Fläche oder den gleichen Stromabsatz hätten. Standorte mit viel Industrie hätten einen höheren Stromverbrauch, als Kommunen, in denen es kaum Industrie gebe. Weiter könnten Kommunen, die über viel Fläche verfügen, mit dieser Fläche auch mehr anfangen – sprich, sie zum Beispiel für die Erzeugung erneuerbarer Energien nutzen.

Hessisch Oldendorf lag 2012 mit einem Anteil regenerativer Energien am Gesamtstromabsatz von 54,4 Prozent (2013: 66,2 Prozent) im Ranking auf Platz vier von den sechs Kommunen, in denen Westfalen Weser Netz für die Stromnetze zuständig ist. Dazu zählen neben Hessisch Oldendorf noch Aerzen, Emmerthal, Bad Pyrmont, Coppenbrügge und Salzhemmendorf. Das Schlusslicht in dem Ranking belegte eine Kommune mit 23 Prozent, der Spitzenreiter lag bei 233 Prozent. In der Tabelle waren die Kommunen anonymisiert, in den Berichten wurde jeweils nur die Kommune genannt, für die der Bericht bestimmt war. So wollte der Netzbetreiber vermeiden, dass die Kommunen sich mit ihrem Anteil regenerativer Stromerzeugung im Vergleich mit anderen Gemeinden brüsten.

Lediglich bei Photovoltaik-Anlagen gab es zwischen 2012 und 2013 einen zahlenmäßigen Anstieg.dpa

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