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Landesbetrieb sieht Gefahr für Greifvogelpopulation durch geplante Windräder im Wesertal

Wenn der Seeadler umzieht ...

Rinteln. Die gute Nachricht für Planet Energy: der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLKWN) hält das Bioplan-Gutachten für die geplanten Windenergieanlagen im Wesertal bei Deckbergen für ,,fachlich und methodisch“ in Ordnung; die schlechte Nachricht für die Macher bei der Greenpeace-Tochter: Die Behörde teilt die Bedenken des NABU, dass die Monsterwindräder im Wesertal zwar keine unmittelbare, aber doch eine nicht zu unterschätzende Gefahr für das Seeadlerpaar im Hohenroder Forst darstellen und empfiehlt dem Landkreis, bei der Abwägung der Bauanträge für die insgesamt drei geplanten Windräder künftige denkbare Entwicklungen rund um den Seeadlerbestand mit einzubeziehen.

veröffentlicht am 17.02.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:13 Uhr

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Stefan Reineking Chefredakteur zur Autorenseite
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Für Heinrich Sasse, den Rintelner WGS-Kreistagsabgeordneten und erklärten Gegner der Windräder im Wesertal, ist das Ergebnis der artenschutzrechtlichen Prüfung durch den NLKWN Grund genug, die Bauanträge für die Windräder endgültig abzulehnen. ,,Ich appelliere an Landrat Farr, sich zum Schutz dieser seltenen Geschöpfe ,gerade‘ zu machen“, fordert Sasse und weiß sich dabei einig mit seiner Kreistags-, aber auch der Rintelner Stadtratsfraktion.

Kritisch geht Sasse mit der Greenpeace-Tocher Planet Energy ins Gericht, die eine Genehmigung erwartet: ,,Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Firma im Laufe des Verfahrens selbst begreift, dass sie die Ökologie hier in unserer Gemarkung auf dem falschen Acker abfeiert.“ Aber die Gier nach Profit, so Sasse, habe den Machern des Unternehmens wohl die Sinne verwirrt.

Am Zug ist nun der Landkreis, der zur Abwägung der Bauanträge neben dem Gutachten der Firma Bioplan nun auch die artenschutzrechtliche Prüfung durch den Landesbetrieb vorliegen hat. Im Ergebnis sagt die Behörde zwar deutlich, dass im Falle einer Ablehnung der Bauanträge ein prozessuales Risiko besteht, spricht sich aber deutlich für ein solches Vorgehen mit den Worten aus: ,,Resümierend kann ein signifikant steigendes Tötungsrisiko nicht ausgeschlossen werden.“ Und das, so die Behörde, hätte gravierende Auswirkungen auf den Betrieb der Anlagen. Der Betreiber müsste mit nicht unerheblichen Abschaltzeiten rechnen, die die Wirtschaftlichkeit der Anlagen infrage stellen.

Grundsätzlich geht die Landesbehörde davon aus, dass die Raumnutzungsanalyse des Bioplan-Gutachtens korrekt ist. Danach würden die Seeadler aus Hohenrode nicht im unmittelbaren Bereich der geplanten Windräder auf Nahrungssuche gehen. Wie schon der NABU sieht der NLKWN aber ein erhebliches Restrisiko, würde sich der Seeadler nach dem Gutachten doch rein rechnerisch rund drei Tage im Jahr in unmittelbarer Nähe zu einem der Windräder aufhalten.

Für noch wichtiger hält es die Behörde, weitere Erwägungen in die Beurteilung einzubeziehen: Das Wesertal sei überaus attraktiv für Seeadler, sodass mit steigenden Populationen gerechnet werden müsse. Das führe zwangsläufig zu einem vermehrten Flugbetrieb im Bereich der Anlagen. Dies vor allem im Winterhalbjahr, in dem der Seeadler nicht nur in Teichen, sondern auch auf Wiesen und Feldern auf Nahrungsjagd gehe. Hinzu komme, dass andere Vögel, darunter auch Zugvögel, durch Kollisionen mit den Windrädern verenden und als Nahrung für den Seeadler willkommen sind. Schließlich rechnet die Behörde damit, dass das Seeadlerpaar aus dem Hohenroder Forst über kurz oder lang sein Nest in die Nähe der Kiesteiche verlegen werde, um den Aufwand für die Jungenaufzucht deutlich zu verringern. Damit wäre der Horst im unmittelbaren Gefährdungsbereich der Windräder gelegen. Eine Genehmigungserteilung sei daher aus Sicht des Landesbetriebes ein Experiment, das hoffentlich ,,nicht mit dem Verlust eines oder beider Brutpartner oder der Jungvögel endet“.

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