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Springe protestiert gegen Windkraft-Pläne der Stadt Bad Münder

"Unangemessen stark belastet"

Springe. Gerade hat die Region die Windrad-Pläne für die Fläche nördlich von Eldagsen erst mal auf Eis gelegt – da droht neuer Ärger: Springe werde durch vier geplante Windkraft-Gebiete direkt hinter der Grenze zu Bad Münder „unangemessen stark belastet“, heißt es im Rathaus. Die Stadt fürchtet durch das Konzept der Nachbargemeinde erhebliche Auswirkungen für Anwohner und Naherholung.

veröffentlicht am 05.05.2015 um 00:01 Uhr
aktualisiert am 07.05.2015 um 10:02 Uhr

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Knapp vier eng beschriebene DIN-A4-Seiten umfasst die Kritik aus Springe, die heute Abend auch die heimische Politik auf den Tisch bekommen soll. Konkret geht es um vier Flächen, die an mehreren Stellen die Stadtgrenzen Springes berühren. Eine von ihnen liegt im Norden bei Dahle, rund um die Verbindungsstraße zwischen Springe und Bad Münder. Die anderen Gebiete liegen laut Planung westlich und nordwestlich von Altenhagen I – teilweise direkt an der B 217.

Für zwei der Gebiete gibt es sogar schon konkrete Anfragen von Windparkbetreibern. In Springe geht man davon aus, dass Bad Münder jetzt erst einmal möglichst viele Flächen ausweist, um sich später alle Optionen offenhalten zu können. Ziel sei es letztendlich, jeweils mindestens drei Anlagen beliebiger Höhe zu erlauben – und dafür im Rest des münderschen Stadtgebietes keine mehr.

Im Springer Rathaus stört man sich unter anderem an den eingeplanten Mindestabständen der einzelnen Flächen untereinander. Zwei der Gebiete liegen nur 200 Meter auseinander. Dabei, so heißt es in einer Stellungnahme, werde „in der Literatur“ über „Abstände im Kilometerbereich diskutiert“.

Auch der Abstand zu Wohnhäusern ist der Stadt zu knapp bemessen. In Altenhagen I etwa würden die Anlagen 850 Meter weit entfernt liegen. Das entspricht sowohl dem von Bad Münder vorgeschriebenen Abstand (700 Meter) – als auch der Entfernung, die die Region gerade im neuen Raumordnungsprogramm festzurren will (800 Meter). Trotzdem fürchtet die Stadt die Verletzung von Lärmschutzvorschriften, die heute mindestens 1000 Meter Abstand fordern.

Ein großer Kritikpunkt ist das Thema Optik: Das gesamte Gebiet zwischen Katzberg und Kleinem Deister werde durch die Anlagen optisch „abgeriegelt“; Altenhagen I so „überproportional belastet“. Die beiden Flächen nördlich und südlich der B 217 (F und G) sollten daher komplett entfallen, fordern die Fachleute im Springer Rathaus. Das gleiche gelte für die Sichtachse vom Deister nahe der Kernstadt bis zum Nesselberg.

Und dann ist da die Sache mit dem Wanderweg, genauer dem „Themenweg am Großen Deister“. Er liegt im Landschaftsschutzgebiet „Süd-Deister“ in Verlängerung der Wolfstalstraße am Waldrand. Und soll laut Stadt „eine Wanderung mit Ausblicken in die Landschaft“ ermöglichen. Irgendwann soll er gar Teil eines „Panorama-Rundweg“ um den Deister werden.

Wenn jetzt neben den Windrädern zwischen Bäntorf und Herkensen (hinter Hachmühlen) neue Anlagen bei Altenhagen I entstünden, „wäre der Horizont vollständig mit Windenergieanlagen verstellt“, fürchtet die Stadt.

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