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Hameln-Pyrmont erfüllt bei der Windkraftfläche schon jetzt die neuen Vorgaben des Landes

Gut aufgestellt

Hameln-Pyrmont. Die Landkreise sind aufgefordert, 1,4 Prozent ihrer Fläche für die Nutzung durch Windenergieanlagen auszuweisen. Hameln-Pyrmont hat seine Hausaufgaben gemacht.

veröffentlicht am 14.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 16.03.2016 um 11:44 Uhr

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Autor:

J. Zieseniß
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Hameln-Pyrmont. 79 600 Hektar ist der Landkreis Hameln-Pyrmont groß. Rund 450 Hektar davon sind in der Flächennutzungsplanung als Vorrangflächen für Windkraftnutzung ausgewiesen, wie Ursula Seifert vom Bauaufsichtsamt der Kreisverwaltung mitteilt. Zahlen, die im Hinblick auf den Windenergieerlass, der in Kürze in Kraft treten wird, einige Relevanz für den Landkreis bekommen sollen. In zwei Jahren Verhandelns und Diskutieren hat das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz den neuen Erlass erarbeitet. Eigentlich hätte er bereits im Juni 2015 in Kraft treten sollen. Nun hat er das Kabinett endlich passiert und wird verbindlich. Der Windenergieerlass macht Vorgaben, wie viel Fläche künftig für Windenergie bereitgestellt werden soll. Als wichtigste Ziele sind formuliert: Die Ausweisung von 1,4 Prozent der Landesfläche für die Nutzung der Windenergie und die Installation von 20 Gigawatt (GW) entsprechender Leistung bis 2050. Die rot-grüne Regierung erhofft sich einen künftig konfliktfreieren Ausbau der Windenergienutzung.

Blickt man auf die reinen Zahlen, liegt Hameln-Pyrmont selbst ohne die Windenergie-Flächen, die noch in Planung sind gut im Rennen. Seine 1,4 Prozent hat der Landkreis schon jetzt allemal erfüllt. Dennoch, so gibt Reinhard Bartsch, beim Umweltamt des Landkreises für die Genehmigung von Windkraftanlagen zuständig, zu bedenken, sei solch eine Flächenberechnung für das Endergebnis nicht mehr als eine hypothetische Betrachtung. Denn der Flächenbedarf für ein einziges genehmigungsfähiges Windrad sei je nach Lage und Anforderungen durch das Umfeld höchst unterschiedlich. Er könne zwischen 5 und 25 Hektar betragen. Auch deshalb sei der Windenergieerlass eben kein Gesetz und keine Verordnung; er gebe nur einen Richtwert mit Spielraum für örtliche Gegebenheiten und Entscheidungsträger.

Das Umweltministerium hat zur Ermittlung des Flächenpotenzials ein komplexes Verfahren angewandt: Um Potenziale für das Land und runtergebrochen für die Landkreise beziehungsweise Städte und Gemeinden benennen zu können, wurden zunächst alle harten Tabubereich abgezogen: Siedlungen, Verkehrswege, Naturschutz- und Waldgebiete. Abstände von 400 Metern zu Siedlungen, Einzelhäusern oder Campingplätzen müssen eingehalten werden. Eine Fläche von nur 18 Prozent der Landesfläche blieb übrig, die theoretisch für Windenergie nutzbar wäre. Doch auch die unterschiedlichen geografischen Gegebenheiten der verschiedenen Landkreise und Kommunen waren zu berücksichtigen. Deshalb wurden landkreisspezifische Flächenpotenziale von jeweils zehn Prozent der theoretisch möglichen Fläche ermittelt und darauf die geplante Leistung von 20 GW verteilt. In der Summe entstand so rein rechnerisch ein Flächenpotenzial von 1,4 Prozent, das für die Installation dieser Leistung ausreichen sollte. Dabei wurde angenommen, dass bis zum Jahr 2050 nicht nur die kleinen Anlagen aus den Anfangsjahren der Windenergie repowert sein werden, sondern auch die durchschnittliche Anlagenleistung auf vier bis fünf MW steigt.

Wie Bartsch erklärt, sind in Niedersachsen Kommunen oder Landkreise für die regionale Planung, die Aufstellung von Bauleit- und Flächennutzungsplänen und damit für die konkrete Ausweisung von Flächen zur Nutzung der Windenergie zuständig. Rechtlich bindend werde daher der Windenergieerlass für die Kommunen nicht sein. Nur für dem Umweltministerium nachgeordnete Ämter wie der Unteren Naturschutz-, der Immissionsschutz- oder der Bauaufsichtsbehörde sei der Erlass streng einzuhalten.

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