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Reisegruppe aus Malaysia fährt durch zwei Kontinente zum VW-Veteranentreffen

27 000 Kilometer mit dem Käfer

HESSISCH OLDENDORF/JOHOR BAHRU. Sechs Monate, gut 27 000 Kilometer, zwei Kontinente, gut 20 Länder – und das ganze in Autos, die über 50 Jahre alt sind. Unmöglich? Nicht für fünf Abenteurer aus Malaysia. Seit Anfang März sind die VW-Liebhaber unterwegs, um pünktlich am 23. Juni zum VW-Veteranentreffen anzukommen.

veröffentlicht am 03.05.2017 um 18:45 Uhr
aktualisiert am 06.06.2017 um 16:02 Uhr

Mitte April: Die Reisegruppe macht Halt an der berühmten Chinesischen Mauer. Foto: pr
Johanna Lindermann

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4. März 2017, Johor Bahru, Hafenstadt an der Südspitze von Malaysia: Offizieller Startschuss für die Reisegruppe, die sich mit drei Bullis und einem Käfer auf die lange Fahrt macht. Ihre Route führt sie über viele Landesgrenzen, Berge, Wüsten und weltberühmte Bauwerke, wie etwa die Chinesische Mauer, an der das Team Mitte April Halt machte. Nach Malaysia durchquerten sie Thailand, Laos, China, die Mongolei und Russland, wo sie sich derzeit aufhalten. Danach geht es über Nord- und Osteuropa nach Deutschland, wo sich die Gruppe, die sich stolz als „#Live2Drive“ (also leben, um zu fahren) bezeichnet, ganz besonders auf das VW-Veteranentreffen vom 23. bis zum 25. Juni in Hessisch Oldendorf freut.

Mit dabei ist unter anderem Terence Moses, der in Malaysia als Casting Director in der Werbung arbeitet. Sein ganzer Stolz: Drei alte Volkswagen, Baujahr 1958, 1967 und 1976. Mit allen hat er schon große Touren durch Asien unternommen, die Fahrt nach Europa ist seine bisher weiteste Fahrt. Mit dabei: Ein VW-Bus mit dem original „split window“, also einer geteilten Frontscheibe, aus dem Jahr 1967. „Seit ich 15 war, ist es mein Traum, Roadtrips zu unternehmen und unterwegs neue Leute zu treffen und etwas über ihre Lebensweise und ihre Kultur zu erfahren.“

Auch Stephen Pang ist mit seinem knallroten VW Bus mit „split window“ aus dem Jahr 1967 mit von der Partie. Schon als Siebenjähriger haben ihn die Autos der Marke VW fasziniert, vor 16 Jahren erfüllte er sich einen Traum und kaufte seinen ersten Käfer. Heute besitzt er insgesamt vier VW-Oldtimer.

Ende April: Vier Volkswagen überqueren die Grenze zur Mongolei. Foto: pr
  • Ende April: Vier Volkswagen überqueren die Grenze zur Mongolei. Foto: pr

„VW war das erste Auto, das ich gefahren habe und mit dem ich meine Karriere begann“, erzählt Cliften Nathaniel stolz, „und meine Leidenschaft für diese Autos wächst immer mehr.“ Der Geschäftsmann fährt ebenfalls einen VW Bus, allerdings aus dem Jahr 1978, das nicht mehr die geteilte, sondern bereits eine durchgehende Scheibe, „bay window“ genannt, besitzt. Zwar war er bereits einmal in Deutschland, allerdings nicht mit dem Auto. „Es war schon immer mein Traum, einmal mit dem Auto selbst ins Heimatland der Volkswagen zu fahren“, schwärmt er.

Die letzten im Bunde sind das Ehepaar Udhaya und Monica. Sie fahren einen knallgelben VW Käfer, den sie aufgrund seiner Bananen-Farbe (Englisch: „banana“) liebevoll „Nana“ nennen. „Das Auto gehörte Monicas Familie, seit sie zwei Jahre alt war, und ich habe es übernommen, als ihr Vater vor zwei Jahren starb“, erzählt Udhaya. „Wir machen diese Reise zu Ehren von Monicas Vater Xavier, der den Käfer instandsetzen wollte, bevor er starb. Außerdem wollte er die VW-Fabrik in Deutschland noch einmal besuchen, in der er vor 30 Jahren einmal war. Also dachten wir uns: Warum fahren wir nicht mit Nana dahin?“

Doch neben der reinen Freude am Fahren hat die Reise der fünf Malaysier auch einen ernsteren Hintergrund: Während ihrer Fahrt durch Asien stoppte die Gruppe bei vielen Waisenheimen, um den Kindern Freude zu bringen und mit verschiedenen Wohltätigkeitsveranstaltungen, etwa dem Verkauf von „Live2Drive“-T-Shirts, Gutes zu tun.

Und nach dem VW-Veteranentreffen in Hessisch Oldendorf ist noch lange nicht Schluss: Über Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und die Türkei geht es weiter in den Iran. Von dort sollen dann nach über 27 000 Kilometern und gut einem halben Jahr Fahrt die Wagen über das Meer zurück nach Malaysia geschifft werden.


Wer Terence Moses und seine Reisegruppe auf ihrer Fahrt begleiten will, kann sich mit Bildern und Videos ihrer aktuellen Position auf ihrer Facebook-Seite „Live2DriveMY“ auf dem Laufenden halten.

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