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Industrie plädierte vor 50 Jahren für die Südumgehung

Zweite Stadtbrücke sorgte für Diskussionen

Hameln. Bekommt Hameln eine zweite Stadtbrücke oder einen Weserübergang auf der Umgehungsstraße? Es waren weitreichende Diskussionen, die genau vor 50 Jahren in der Rattenfängerstadt geführt wurden. Auf Initiative der Industrie- und Handelskammer (IHK) wurde das Verkehrsproblem in Hameln und dem Umland angesprochen. Das wichtigste Thema war die Straßenführung, „zumal damit auch der Bau einer zweiten Weserbrücke verbunden ist“, hieß es in der Dewezet vor 50 Jahren. Präferierten die Stadtobersten damals den Bau einer zweiten Weserbrücke in der Hamelner Innenstadt, so favorisierte die IHK eine Umgehungsstraße, die bei Hastenbeck die Straßen von Hannover und Hildesheim vereinigen, über eine Brücke südlich von Tündern das Weserufer erreichen und deren Zuführung zur B 1 unter Umgehung von Kirchohsen-Emmern, Aerzen und Reher erst bei Grießem die alte Streckenführung wieder erreichen sollte. Eine weitere Variante der seit vielen Jahrzehnten geplanten und noch nicht realisierten Südumgehung war also im Gespräch. Die IHK führte konkrete Beispiele anderer Städte an, die den Fernlastverkehr bereits außen vor ließen und Brücken auch außerhalb des Stadtzentrums gebaut hätten. „Das Industriegelände hat seine Zugänge so ohne Stadtberührung“, lautete ein weiteres Argument. Und wer in die Stadt zum Einkaufen fahre, müsse sich nicht mit den Schlangen des Durchgangsverkehrs und einer erschwerten Parkplatzsuche beschäftigen. Bei einer zweiten Stadtbrücke, der heutigen Thiewallbrücke, sahen die Wirtschaftsvertreter die Gefahr, dass Plätze und Straßen schneller verstopft sein könnten. Zudem verwiesen sie auf die steigende Anzahl an Pkw und einen möglichen Engpass auf der Pyrmonter Straße. „Dieser Engpass ist aber nicht eingetreten, weil die Pyrmonter Straße vierspurig ausgebaut wurde“, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Zudem habe die dann im Jahr 1971 in Auftrag gegebene und im Jahr 1974 eingeweihte Thiewallbrücke zur Entlastung des Zentrums beigetragen. „Autofahrer, die aus Minden und Hessisch Oldendorf über die B 83 nach Hameln kommen und Richtung B 1 nach Aerzen oder die B 83 südwärts weiterfahren wollen, müssen ja nicht über die Münsterbrücke fahren“, so Wahmes.

veröffentlicht am 19.06.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.07.2015 um 15:55 Uhr

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29 000 Kraftfahrzeuge überqueren täglich die Thiewallbrücke, ergab eine Zählung im Jahr 2010. Die Lkw ab 3,5 Tonnen machen laut Markus Brockmann, Leiter des Hamelner Geschäftsbereichs der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, fünf Prozent aus. „Die Zahlen sind noch aktuell, denn das Verkehrsaufkommen stagniert“, so Brockmann. 2015 gebe es eine neue Zählung.

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