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Was der BUND bei Wesio zum Luftreinhalteplan schreibt

Wesionär: "Saubere Luft hängt nicht von der Südumgehung ab"

Weserbergland (kv). Alle warten auf die Südumgehung, auch weil sie zu sauberer Luft in Hamelns Hauptverkehrsstraßen führen soll. In der Bauausschusssitzung vom 21. Januar wurde von Gutachtern der Entwurf eines Luftreinhalteplanes vorgestellt. Herral, alias Ralf Hermes, war in der Sitzung und veröffentlicht interessante Informationen zu diesem Thema:

www.wesio.de

veröffentlicht am 24.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 14.07.2015 um 16:15 Uhr

BUND: „Radverkehr und ÖPNV fördern!“  Foto: kv
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Weserbergland (kv). Alle warten auf die Südumgehung, auch weil sie zu sauberer Luft in Hamelns Hauptverkehrsstraßen führen soll. In der Bauausschusssitzung vom 21. Januar wurde von Gutachtern der Entwurf eines Luftreinhalteplanes vorgestellt. Herral, alias Ralf Hermes, war in der Sitzung und veröffentlicht interessante Informationen zu diesem Thema:

„Zur Süddurchfahrung habe ich mir in der Sitzung folgenden Satz der Frau Janssen notiert: ,Die Entlastung der Südumgehung ist nicht so hoch, dass sich die Szenarien wirklich unterscheiden.‘“

Im Entwurf stehe ferner: „Die Minderungswirkung in den Belastungsschwerpunkten

(Deisterstraße) fällt durch die geringe verkehrliche Entlastung, die die Südumgehung bewirkt, eher schwach aus.“ (Seite 50, „Modellgestützte Abschätzung von Luftschadstoffkonzentrationen“ des Landes Niedersachsen)

Hermes: „Es sieht so aus, als ob der Luftreinhalteplan benutzt werden soll, um sowohl die Süddurchfahrung wie auch das in diesem Zusammenhang unpassende elektronische Parkleitsystem zu bewerben. Sachlich ist das anhand des Luftreinhalteplanes nicht zu begründen. Rechtlich hätte die Stadt Hameln schon früher handeln müssen. So hat man im Jahr 2007 eine Überschreitung des zulässigen Grenzwertes für NO2 an der Messstation Deisterstraße festgestellt. Auch die Feinstaubwerte (PM10) waren zu hoch. Aufgrund dieser Schadstoffsituation war die Stadt Hameln nach der 22. BImSchV verpflichtet, innerhalb von 22 Monaten nach Ende des Kalenderjahres (2007) die Erstellung eines

Luftreinhalteplans durchzuführen. Damit wird auch das Problem deutlich – ,am Pranger‘ steht nämlich der Kraftfahrzeugverkehr mit seinen

gesundheitsschädlichen Auswirkungen für die Anwohner der Hauptverkehrsstraßen.“

Nicht eine teure Südumgehung sollte nach Ansicht des BUND erste Priorität im Kampf für eine saubere Luft haben, sondern die Reduzierung des lokalen Kfz-Verkehrs. Hermes: „Zur Erinnerung: Der Durchgangsverkehr in unserer Stadt, für den die Süddurchfahrung gebaut werden soll, wird laut Gutachten im Schnitt mit 10-12 Prozent beschrieben. Wenn es also gelänge ,nur‘ 5 Prozent mehr Leute zur Nutzung des Fahrrades zu bewegen, und noch einmal so viele dem ÖPNV zuzuführen, dann hätten wir einen guten Teil der Entlastung schon anderweitig erfüllt. Dabei ist 10 Prozent Radverkehrsanteil keine Utopie.“ Wesionär Oluf Braren hat dazu ein Dokument der Grünen veröffentlicht, in dem die Städte Krefeld, Freiburg und Münster aufgeführt werden. Dort ist der Radverkehr mit 25 bis 35 Prozent am Gesamtverkehr beteiligt.

Hermes zitiert die Gutachter weiter: „Die hohen Kfz-Verkehrsmengen in den Bereichen mit Überschreitungen der Grenzwerte für NO2 resultieren aus Überlagerungen von Binnenverkehren und Quell- und Zielverkehren, sowie zu einem geringeren Anteil aus Durchgangsverkehren. Neben möglichen Verkehrsverlagerungen und emissionsarmer Abwicklung von Kfz-Verkehren ist für eine Reduzierung der Luftschadstoffbelastungen in der Stadt Hameln auch die Reduzierung der Gesamtverkehrsmengen von Bedeutung. Dies hat auch einen positiven Einfluss auf die nicht auspuffbedingten PM10-Emissionen, die durch verbesserte Antriebstechnik nicht reduziert werden können. Hierzu sind Maßnahmen der Verkehrsplanung und des Verkehrsmanagements erforderlich, die auf eine Beeinflussung des Verkehrsmittel-Wahlverhaltens zielen:

Förderung der Umweltverbundverkehrsmittel (zu Fuß gehen, Radverkehr, ÖPNV) Abbau von Erreichbarkeitsvorteilen für den Kfz-Verkehr

Projekt ,Fahrradfreundliche Stadt‘: Fortschreibung des Parkraumkonzeptes:

Über Standorte, Kapazitäten sowie Preise des Parkraums für die unterschiedlichen Nutzergruppen sollte auch unter dem Aspekt einer Verkehrs- und Umweltentlastung entschieden werden. Sowohl im Radverkehr als auch im ÖPNV sind Steigerungen des

Anteils möglich.“ Soweit Hermes und die Gutachter. Wenn Sie das anders sehen, dann diskutieren Sie mit bei

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