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Stadt plant Erweiterung des Landschaftsschutzgebietes

Weiteres Hemmnis für die Südumgehung?

HAMELN. „Wir können keine weiteren Störfaktoren brauchen“, betont Markus Brockmann, der Leiter des Geschäftsbereiches Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, mit Blick auf die Südumgehung. Ein von der Stadt vorgesehenes Landschaftsschutzgebiet könnte jedoch zu einem weiteren Planungshemmnis werden.

veröffentlicht am 11.05.2017 um 18:24 Uhr
aktualisiert am 11.05.2017 um 20:40 Uhr

Das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Fluthamel könnte die Planungen für die Südumgehung weiter verzögern. Foto: dana
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Ernst August Wolf Reporter
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Drei Probleme gelte es hinsichtlich der Planungen der Südumgehung derzeit noch zu lösen, so Brockmann anlässlich der 25. Regionalkonferenz des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU). Neben einer ausstehenden Wasserrahmenrichtlinie, der Untersuchung der Auswirkungen auf „Lebensraumtypen 91E0“ zu Wäldern entlang von Gewässern und der Abgrenzung des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes (FFH) Fluthamel könnte ein von der Stadt vorgesehenes Landschaftsschutzgebiet (LSG) zu einem weiteren Planungshemmnis werden.

„Das Landschaftsschutzgebiet soll sich“, so der FDP-Fraktionsvorsitzender im Hamelner Stadtrat, Rüdiger Zemlin, „etwa vom Fort Luise bis nach Tündern erstrecken. Eine deutliche Ausweitung des bisherigen Bereichs.“ Betroffen, so Zemlin, wären dadurch nicht nur der Motorboot-Club Hameln, auch der Sportplatz Tündern läge innerhalb der neuen LSG-Grenzen.

Vieles sei in diesem Bereich dann nicht mehr möglich, anderes müsse erst wieder beantragt und durch die Stadt genehmigt werden, bemängelt der Ratsherr. Nach den Anhörungen, bei denen auch die Behörde von Markus Brockmann zu Wort gekommen sei, werde die Planung jetzt im Eiltempo nach dem Ortsrat Tündern, dem Fachausschuss „Erneuerbare Energien und Umwelt“ zur Entscheidung im Rat am 24. Mai vorbereitet.

„Der Düth etwa ist zwar schon ein schützenswertes Gebiet, aber bei den Planungen sollte genau festgeschrieben werden, was erlaubt ist und was nicht“, fordert Brockmann. Die vorhandenen Planungen sollten dabei durch die LSG-Pläne der Stadt nicht zusätzlich erschwert werden. Brockmanns Vorschlag: die vorgesehene Trassenführung der Südumgehung aus den LSG-Planungen herausnehmen. „Die Südumgehung muss in diesem Sinne entsprechend berücksichtigt werden.“

Auf vier Jahre schätzt Brockmann den Zeitbedarf bis zum notwendigen Ergänzungsbeschluss in Sachen Südumgehung. Die aktuellen Baukosten für die 7,3 Kilometer lange Strecke sind derzeit mit 117,2 Mio Euro veranlagt. „Wir sollten das Vorhandene an Planung deshalb unbedingt berücksichtigen“, mahnt Brockmann mit Blick auf mögliche weitere Hemmnisse auf dem Weg zur Südumgehung.

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