weather-image
10°
Neuer Optimismus bei AdU-Konferenz

Urteil zur Südumgehung noch dieses Jahr

Hameln-Pyrmont. Alle Jahre wieder zur Spargelzeit lädt der Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland, kurz AdU genannt, zur „Regionalkonferenz Verkehrsanbindung“. Nun zum nunmehr 23. Mal. Und alle Jahre wieder geht es bei diesem Zusammentreffen von Vertretern aus Politik und Verwaltung insbesondere um die Südumgehung Hamelns.

veröffentlicht am 12.05.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 24.03.2017 um 15:48 Uhr

270_008_7716869_wb112_Dana_1305.jpg
Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

Autor

Hans-Joachim Weiß Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Doch es bewegt sich nichts, wenigstens nichts, was eine Realisierung in greifbare oder erlebbare Nähe rückt. „Über diese Straße werde ich höchstens noch im Leichenwagen fahren“, hat beispielsweise Hamelns FDP-Fraktionschef Hans Wilhelm Güsgen die Hoffnung längst begraben.

Dabei wird diese Trasse nunmehr seit Jahrzehnten von der heimischen Wirtschaft herbeigesehnt. Sie soll für eine bessere Infrastruktur sorgen und damit die Firmen und Unternehmen der Region wettbewerbsfähig halten. Und nicht zuletzt deshalb hält der AdU unermüdlich an seinen Regionalkonferenzen Verkehrsanbindung fest. „Es ist gut, dabei geballte Information von kompetenter Stelle zu bekommen“, sagt Dieter Mefus, wenngleich der AdU-Geschäftsführer auch weiß, dass diese Veranstaltung eine Realisierung der Südumgehung nicht forcieren wird. Allerdings hat der Jurist gestern neue Hoffnung geschöpft, denn Markus Brockmann, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in der Außenstelle Hameln, kündigte als Referent an, dass über die vier vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg anhängigen Klagen noch in diesem Jahr entschieden werden solle. „Das Gericht arbeitet daran, es beschäftigt sich sehr intensiv damit“, sagte Brockmann und nannte Personalwechsel in der Kammer als Grund für die plötzliche Emsigkeit. Er gab sich „vorsichtig optimistisch“, betonte, dass die fertigen Pläne in der Schublade lägen und „auf Knopfdruck“ mit dem Bau der Südumgehung begonnen werden könne, wenn denn das Urteil entsprechend ausfalle, die Politik den Startschuss gebe und das Geld bereitgestellt sei. Aber zu weit aus dem Fenster lehnen wollte sich Brockmann dann doch nicht: „Vor Gericht und auf hoher See...“, sagte er, ohne den Satz zu vollenden. Er fügte aber hinzu: „Die Südumgehung ist in Hameln ohne Alternative.“ Will heißen: Geben die Lüneburger Richter den Klägern recht, ist eine Umgehung der Rattenfängerstadt Geschichte.

Doch alleine die Erklärung des Behördenleiters reichte, um bei fast allen Teilnehmern der AdU-Konferenz neuen Optimismus zu wecken. „Wir werden uns mit dem Thema nicht bis in alle Ewigkeit beschäftigen müssen, sondern in ganz naher Zukunft eine Entscheidung haben“, freute sich Mefus, der der festen Überzeugung ist, dass die Politik die erforderlichen 115,5 Millionen Euro für die insgesamt 7,3 Kilometer lange Südumgehung bereitstellt und die Straße gebaut wird, „sobald die juristische Seite gelöst ist“.

AdU-Vorsitzender Jürgen Lohmann ist sich zwar sicher, dass auf der Tagesordnung der 24. Regionalkonferenz im nächsten Jahr die Südumgehung wieder auf der Tagesordnung stehen wird, was den Unternehmer aus Emmerthal jedoch zuversichtlich stimmt, ist die derzeit positive Haushaltssituation des Bundes. „Deutschland ist auf dem Weg der Konsolidierung. Das schaufelt unglaublich viele Mittel frei, die in die Verkehrswegepläne gehen könnten“, begründet er und ist entsprechend optimistisch, dass die Hamelner Umgehung tatsächlich realisiert wird: „Die Botschaft Brockmanns werte ich als sehr positives Signal.“ Und auch der 54 Jahre alte Behördenleiter selbst glaubt an das positive Ende einer langen Geschichte. Mit einem Augenzwinkern sagt er: „Ich bin jetzt seit 15 Jahren in Hameln und habe immer erklärt, mit 50 über die Südumgehung zu fahren. Jetzt sage ich mit 50 km/h.“

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare