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„Hier lebe ich“ – Einwohner folgen der Einladung der Redaktion

Südumgehung, Britenhäuser, … Afferder wollen wissen, was wird

Afferde. Sie leben gern in Afferde. Das war den Bürgern, die am Dienstagabend der „Hier-lebe-ich“-Einladung der Dewezet gefolgt waren, wichtig: Im größten Hamelner Ortsteil wohnt man nicht einfach nur zwischen B 1 und Bahntrasse, mit Müllverbrennungsanlage und vermeintlich kriminellen Jugendgangs in der Nachbarschaft („Von denen bekommen selbst direkte Anwohner gar nichts mit.“) – für die knapp 5300 Einwohner ist der Ortsteil südöstlich der Kernstadt ein schöner, selbst gewählter Ort zum Leben. „Dass Afferde den Ruf hat, den es hat, liegt an Einzelfällen“, da waren sich alle Beteiligten einig.

veröffentlicht am 30.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.07.2015 um 15:53 Uhr

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Um ihr Zuhause als das zu erhalten, was es ist – ein zentraler Ort mit guter Verkehrsanbindung und Nahversorgung – sind die Afferder durchaus bereit, Kompromisse einzugehen. Es sei keineswegs so, dass alle Afferder sich gegen Windräder vor ihren Haustüren stemmen würden, so der Tenor. Im Gegenteil: „Wenn wir das Atomkraftwerk Grohnde abschalten können, nehmen wir Windräder gern in Kauf“, sagt ein Einwohner gleich zu Beginn des Abends.

Doch bei allem Lob für Ortsteil und Einwohner, für Vereinsleben und Infrastruktur: Es gibt auch Themen, die den Afferdern unter den Nägeln brennen. Eines davon sind die ehemaligen englischen Wohnblocks an der Cumberlandstraße. Wohnungen, die gut in Schuss seien, deren Eigentumsverhältnisse zurzeit jedoch undurchsichtig seien – und die nun verkauft werden sollen. In wessen Hände die Häuser dann geraten, darüber machten sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde ihre Gedanken: „Wir möchten hier keinen zweiten ,Kuckuck‘.“

Das vielleicht dominierende Thema des Abends: die geplante Südumgehung. Seit vielen Jahren hängt das Großprojekt, das den Verlauf der Bundesstraße 1, die derzeit durch Afferde führt, um den Ort herumleiten würde, im Klageverfahren fest. Im Ort spürt man von Verkehrsentlastung durch -umleitung also nichts. Für die angrenzenden Gebiete herrscht dennoch Baustopp – ganze Bereiche Afferdes verharren im Dornröschenschlaf. „Wir wüssten gern, wie es weitergeht, ob und wann die Südumgehung, die wir uns sehr wünschen, kommt – und ob die Gelder dafür überhaupt noch da sind.“

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