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Google Maps zeigt sie bereits an, der Bau ist allerdings noch weit entfernt

Ist die Südumgehung etwa schon da?

Hameln. Die Pläne für die Südumgehung existieren schon lange. So lange, dass mancher Hamelner das Hin und Her rund um die Entlastungsstrecke vielleicht schon vergessen hat oder einige Neu-Hamelner noch nichts von den Plänen wissen. Der Kartendienst Google Maps zeigt sie aber bereits an, was zu Verwunderung führt.

veröffentlicht am 21.08.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.03.2017 um 15:45 Uhr

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Autor:

von svenja-a. möller
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Werner Sindermann aus Aerzen „googelt“ als "zugezogener" des Öfteren Straßen. „Dabei ist mir immer wieder der geplante Trassenverlauf der ,neuen‘ B1 aufgefallen, welcher auf der Karte beim ,zoomen‘ als Umgehungsstraße angedeutet wird“, wundert sich Sindermann. Wo laut Internet die Südumgehung liegt, wächst in der Realität aber noch viel Gras. Die Umgehungsstraße wird in der digitalen Straßenkarte „Google Maps“ zwar angezeigt, vom Bau ist die Straße allerdings weit entfernt. Sindermann fragt sich, warum bei der Idee keine weiteren Schritte geschehen. Schließlich scheint es, als seien die Planungen längst abgeschlossen.

Die Geschichte der geplanten Südumgehung ist lang. Denn über die Strecke, die an der Schnittstelle B1/B83, Wangelister Straße und Ohrsche Landstraße über die Weser laufen soll, sind nicht alle Hamelner erfreut. Am 15. April 2002 leitete das die zuständige Behörde die Idee der Umgehung in einem sogenannten Planfeststellungsverfahren ein. Ein Planfeststellungsverfahren ist das Genehmigungsverfahren für größere Infrastrukturvorhaben wie Straßenbau, Eisenbahn- oder Stadtbahnen und Gewässerausbauten, die eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Interessen berühren. Diese Unterlagen wurden öffentlich ausgelegt, jeder Betroffene konnte Einsicht nehmen und seine Bedenken einreichen. Anschließend wurde von der zuständigen Behörde ein Beschluss erlassen. Dieser erging am 10. März 2004 – dann wurde allerdings dagegen geklagt. Von wem genau? „Von Privatpersonen“, mehr darf Uta Weiner-Kohl, stellvertretende Leiterin der niedersächsischen Landesbehörde Straßenbau- und Verkehr in Hameln, nicht sagen. Genauer gesagt gab es damals aber 30 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und 24 private Einwendungen. Als Gründe wurden unter anderem ein nachträglich gemeldetes Naturschutzgebiet – unter anderem wurden entlang der Trasse die seltenen Fische Groppe und Neunauge vermutet – und landwirtschaftliche Nutzung, aber auch Hochwasserschutz genannt. Daraufhin überarbeitete die Behörde die Unterlagen zur Südumgehung, arbeitete Naturschutzforderungen ein. „Der neue Beschluss wurde jedoch ebenfalls beklagt“, erklärt Weiner-Kohl.

Eine lange Geschichte von Ideen, Plänen, Klagen, neuen Plänen und neuen Klagen also. Wie ist nun der aktuelle Stand der Südumgehung? Weiner-Kohl erklärt: „Die rechtliche Absicherung der Maßnahme ist noch nicht vorhanden.“ Die Pläne für die Südumgehung sind demnach noch nicht bewilligt oder gar in trockenen Tüchern. Hier fragt sich Werner Sindermann, ob an dieser Stelle nicht die Politik gefragt sei. Laut Weiner-Kohl kann aber weder die Politik noch die Behörde in Hameln derzeit den Prozess beschleunigen. Dennoch arbeitet die Behörde bereits an der Ausführungsplanung der Südumgehung – um vorbereitet zu sein, wenn aus der Theorie einmal Praxis wird. Warum die Südumgehung bei Google Maps, wenn auch grau unterlegt, bereits als Umgehungsstraße eingezeichnet ist, wird wohl vorerst das Geheimnis von Google bleiben.

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