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AdU-Vorsitzender Lohmann fordert Geschlossenheit für Hamelner Südumgehung

Es wird ein deutliches Signal kommen

Hameln-Pyrmont. Zum 22. Mal hatte der Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland (AdU) zur Regionalkonferenz Verkehrsanbindung geladen. Und zum 22. Mal stand gestern die Südumgehung Hameln im Blickpunkt der Veranstaltung. Schiene, Straße, Wasser – eine intakte Infrastruktur sei wesentlicher Faktor „für unseren Wirtschaftsstandort Weserbergland“ sagte AdU-Vorsitzender Jürgen Lohmann vor geladenen Vertretern aus Politik und Verwaltung im Hotel „Stadt Hameln“. Er kündigte an, den AdU künftig mehr in die Öffentlichkeit rücken zu wollen, „um Einfluss zu nehmen“. Aus der gesamten Region forderte Lohmann „ein deutliches Signal Richtung Berlin“, damit das Weserbergland besser an das Bundesfernstraßennetz angeschlossen werden könne. Dazu zählten neben der Südumgehung Hameln unter anderen auch die Ortsumgehungen Coppenbrügge und Eschershausen.

veröffentlicht am 28.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.07.2015 um 16:01 Uhr

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Die heimische Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller erinnerte daran, dass der aktuelle Bundesverkehrswegeplan, in dem die Südumgehung als „dringlich“ geführt wird, aufgrund neuer Rahmenbedingungen 2015 geändert werde. „Dann werden sich viele Regionen mit neuen Maßnahmen bewerben. Deshalb ist es wichtig, dass eine ganze Region geschlossen dahinter steht – und zwar ohne Zweifel, denn erlahmtes Interesse wäre ein falsches Signal“, sagte die Sozialdemokratin und forderte vom AdU ein „deutliches“ Signal: „Das können wir in Berlin sehr gut gebrauchen.“ Lohmann versprach der Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium sowie dem CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Vietz Unterstützung in schriftlicher Form: „Es wird ein deutliches Signal kommen.“

Markus Brockmann, Leiter des Hamelner Geschäftsbereiches der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, sprach bezüglich der mit 115,5 Millionen Euro veranschlagten und 7,3 Kilometer langen Südumgehung von einer baureifen Maßnahme: „Wir warten eigentlich nur noch auf das Geld.“ Ob, oder aber wann es fließt, steht jedoch weiter in den Sternen. Auch sei nicht gänzlich auszuschließen, dass das Projekt aus dem „dringlichen Bedarf“ herabgestuft werde. „Mit der Änderung des Bundesverkehrswegeplans wird es eine neue Bewertung geben. Und alle Projekte, die 2014 nicht begonnen worden sind, werden auf den Prüfstand kommen“, prognostizierte Brockmann und fügte hinzu: „Dann sind alle Kräfte gefragt, auf die Bedeutung dieser Maßnahme hinzuweisen – insbesondere die Politik.“

Doch wann der erste Spatenstich vollzogen werden kann, vermochte auch der Behördenleiter nicht zu sagen. Er berichtete von vier vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg anhängigen Klagen. „Eine Entscheidung steht aus, aber Signale bekommen wir vom Gericht nicht“, sagte Brockmann. Zwar gebe es einen „Sofortvollzug“, könnte formal mit dem Bau begonnen werden, „aber das wäre nicht klug, weil die Kläger sofort Rechtsmittel einlegen könnten“, begründete der Diplom-Ingenieur, der auch zu berichten wusste, dass im vergangenen Jahr der Versuch einer außergerichtlichen Einigung mit dem Hauptkläger gescheitert sei. Laut Lohmann bestehe zwar nach wie vor Gesprächsbereitschaft, jedoch gebe es derzeit keine konkreten Hinweise, ob es sich hinziehe oder es noch zu einer Einigung komme. „Es ist nicht ganz einfach“, sagte der AdU-Vorsitzende.

Wann kommt die seit Jahrzehnten geplante Südumgehung? Die Arbeitgeber warten auf die Realisierung der Trasse ebenso wie auf den Bau der Ortsumgehungen Coppenbrügge und Eschershausen, um die Wirtschaftskraft des Weserberglandes zu festigen.cn

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