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Mega-Stromtrasse wird als Erdkabel verlegt – doch die alten Planungen taugen dafür nicht

Zwei bis drei Jahre Verzögerung

Weserbergland. Ein Nebensatz brachte den Stein ins Rollen: Vier Wochen nach der Entscheidung der Großen Koalition, bei Deutschlands zukünftiger Mega-Stromtrasse Südlink nun doch auf Erdkabel zu setzen, teilte der Netzbetreiber Tennet gestern eher beiläufig mit: „Für Südlink bedeutet der Erdkabel-Vorrang, dass die Planung möglicher Trassenkorridore neu aufgesetzt werden muss.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung brachte es Tennet-Referent Thomas Wagner auf den Punkt: „Die Korridore, so wie wir sie entwickelt haben, sind vom Tisch. Die Planung beginnt neu. Wir gehen in jedem Fall davon aus, dass dann andere Korridore dabei herauskommen.“

veröffentlicht am 29.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.07.2015 um 09:54 Uhr

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Schließlich, so ist von Tennet zu hören, seien Überlandleitungen und Erdkabel technisch gesehen nun auch zwei völlig unterschiedliche Dinge. Tennet-Pressesprecherin Ulrike Hörchens: „Bei der Freiluftvariante müssen wir auf sehr viele unterschiedliche Dinge wie zum Beispiel Flora und Fauna, Naturschutz- und Vogelgebiete Rücksicht nehmen. Ein Erdkabel sucht sich einen möglichst kurzen Weg. Das sind ganz andere Bedingungen.“ Tennet warte nach der grundsätzlichen Entscheidung der Bundesregierung nun aber zunächst auf das Erdkabel-Gesetz, um neu und von vorne planen zu können.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies hat Tennet seinerseits jedoch aufgefordert, bei der Neuplanung nun keine Zeit zu verlieren. Lies: „Der zügige Ausbau der Stromnetze ist eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Um den Ausbau der erneuerbaren Energien wie der On- und Offshore-Windenergie zu gewährleisten sowie die Versorgungssicherheit in Deutschland langfristig sicherzustellen, darf die Umsetzung des Netzausbaus nicht weiter verzögert werden.“ Die Erdverkabelung trage zu mehr Akzeptanz für den Netzausbau bei. Die Landesregierung werde Tennet bei den Neuplanungen unterstützen – auch im Hinblick auf die notwendigen Gesetze. Lies: „Wir erwarten allerdings von Tennet, dass unverzüglich mit den Neu- und Umplanungen begonnen wird. Weitere Verzögerungen müssen vermieden werden.“

Auch Energieminister Stefan Wenzel appellierte an die planenden Netzbetreiber, der positiven Ankündigung nun Taten folgen zu lassen. Der bisherige Trassenvorschlag müsse vom Tisch genommen und im Dialog mit den Landkreisen und Kommunen eine auf dem Vorrang des Erdkabeleinsatzes beruhende neue Trassenführung erarbeitet werden.

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