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In Rischenau macht jetzt eine Bürgerinitiative gegen „Südlink“ mobil

Unterschriften gegen die Trasse

Rischenau. „Wann gründet wohl jemand eine Bürgerinitiative?“ ist eine Frage, die derzeit vor allem in der Lügder Südstadt immer wieder zu hören ist – vor allem, wenn das Gespräch auf die geplante Stärkststromtrasse „Südlink“ kommt, die laut derzeitigem Plan an gleich mehreren Lügder Ortsteilen vorbeiführen soll.

veröffentlicht am 07.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Laut Netzbetreiber Tennet soll die HGÜ-Leitung (die Abkürzung steht für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) Deutschlands Süden nach Abschaltung der dortigen Atomkraftwerke mit Energie aus dem Norden versorgen. Die aktuell viel diskutierte Leitung zwischen Wilster und Grafenrheinfeld soll mit einer geplanten Spannung von 500 Kilovolt 2 Gigawatt Strom übertragen. Die gleiche Stärke und Spannung kommen noch einmal obendrauf. Denn schon bald dürfte Tennet auch seine Pläne für die zweite Leitung von Brunsbüttel nach Großgartach veröffentlichen, die „Südlink“ dann komplett macht. Aber der zweite Trassenkorridor steht laut Netzbetreiber noch nicht konkret fest. Den Bau beider Verbindungen haben Bundestag und Bundesrat im Grundsatz aber schon abgesegnet und im Bundesbedarfsplan festgeschrieben. Und auch die EU fördert das Projekt.

Derweil wird jetzt der Protest in der im Trassenkorridor liegenden Lügder Südstadt lauter. Die Bedenken und Ängste sind die gleichen wie etwa in den Pyrmonter Bergdörfern (PN von Mittwoch). Hier wie dort fürchten die Einwohner die weitere Zerstörung der Landschaft, Gesundheitsgefährdungen durch elektromagnetische Felder und somit letztendlich erhebliche Einbußen für ihre Lebensqualität.

„Wir sammeln erst seit gestern Unterschriften. Aber wir haben schon über 100 zusammen“, sagt die Rischenauerin Elke Schäfer, die sich mit einigen anderen Bürgern zusammengetan hat, um gegen den Bau einer dritten Stromleitung neben ihrem Dorf zu protestieren. Weitere Unterstützung erhoffen sich die Gründer der Bürgerinitiative am morgigen Samstagvormittag. „Dann stehen wir vor dem Supermarkt“, kündigt das BI-Mitglied an.

Eine zunächst von Tennet angebotene Bürgerinformation in Rischenau hatte Lügdes Bürgermeister Heinz Reker im Vorfeld abgebogen. Es sei besser abzuwarten, bis im Nachbarkreis Höxter eine solche Veranstaltung stattgefunden habe, erklärte er kürzlich im PN-Gespräch. Denn er fürchtete, so sagte er, dass die Belange der Lügder Südstadt sonst untergingen. Ein Infoabend mit Tennet auf dem Gebiet der Großgemeinde Lügde ist derweil noch nicht festgezurrt. Allerdings wird sich Lippes Kreis-Umweltausschuss in der kommenden Woche mit dem Thema beschäftigen. Das Gremium tagt am Donnerstag, 13. März um 15 Uhr in der Gaststätte „Weißes Ross“ im Freilichtmuseum Detmold.

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