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Erdkabel der Trasse Südlink könnte durch Salzhemmendorf führen

Unter Strom

veröffentlicht am 28.09.2016 um 19:52 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 13:57 Uhr

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Autor:

von Maike Lina Schaper
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Der aktuelle Planungsstand der Stromtrasse Südlink sorgt bei den meisten Gegnern der Nord-Süd-Leitung für Erleichterung – sie wird nicht durch den Landkreis-Hameln-Pyrmont führen und den Strom durch Erdkabel statt über Masten leiten. Allerdings: Ein kleines Stückchen durch den Landkreis könnten die Kabel schon verlaufen. Und zwar durch das Gebiet der Gemeinde Salzhemmendorf im Bereich Benstorf beziehungsweise dem nur wenige Häuser umfassenden Ortsteil Quanthof.

Zumindest sieht so eine Planungsvariante des Netzbetreibers Tennet aus. Die Stromleitung könnte aus Richtung Hannover kommend zwischen Quanthof und Sehlde im Landkreis Hildesheim verlaufen, vorbei an Elze, Mehle, Eime, Marienhagen und Alfeld. Eine andere Variante der Streckenführung führt ein paar Kilometer weiter östlich entlang, vorbei an Gronau. Eine dritte Möglichkeit verliefe an der östlichen Grenze des Landkreises Hildesheim.

Die Landkreisnachbarn kämen mit der Variante Erdkabel aber sicherlich zurecht, schätzt Rolf Keller. Der Emmerthaler CDU-Politiker hatte sich schon früh zusammen mit anderen Freileitungs-Gegnern aus der Region in der „Bürgerinitiative Weserbergland“ zusammengeschlossen, die gegen die Südlink-Planung prostestierte. „Wir waren 2014 die erste Bürgerinitiative, die sich gebildet hatte und sind seinerzeit noch belächelt worden“, sagt Keller. Doch der Bürgerwille habe sich am Ende durchsetzen können und Gehör auf höchster politischer Ebene gefunden, auch wenn sich die heimischen Bundestagsabgeordneten – egal, welcher Couleur – bei diesem Thema sehr zurückgehalten hätten, wie Keller bemängelt. Weil die Bundesregierung nach deutschlandweit massiven Protesten aus der Bevölkerung bereits im Oktober vergangenen Jahres beschlossen hatte, dass der Strom statt über hohe Masten durch Erdkabel transportiert werden soll, musste Tennet umplanen.

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Keller erinnert daran, wie die Planungen für Südlink vor einigen Jahren noch aussahen. Es war unter anderem eine Freileitung im Gespräch, die quer über das Gemeindegebiet von Salzhemmendorf führen sollte, über den Ith, durch das Ilsetal und weiter über die Ottensteiner Hochebene.

Dass Hameln-Pyrmont durch den angeordneten Standard der Erdverkabelung nun weitestgehend vom Trassenverlauf verschont bleibt, war sowohl für Keller als auch für Salzhemmendorfs Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening (parteilos) eine erhoffte, aber auch erwartete Nachricht. Aufgrund der vielen Berge und Flüsse ist das Weserbergland für Erdkabel ungeeignet, sagen Pommerening und Keller übereinstimmend. „Die Entwicklung ist für uns wie erwartet positiv“, freut sich Salzhemmendorfs Bürgermeister. Dass das Erdkabel der Stromleitung Südlink ein paar Meter durch das Gemeindegebiet führen könnte, wäre akzeptabel, so Pommerening weiter.

Der in Quanthof lebende Kommunalpolitiker und Landwirt Günther Rathing (Aktive Bürger) sieht in den Erdkabel-Plänen nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Seine Befürchtungen gehen hauptsächlich dahin, dass „die Folgen für Landschaft und Landwirtschaft nicht abschätzbar“ seien. Denn durch die notwendigen Grabungen würde der Boden zerstört werden. Zudem führe bereits eine Hochspannungsleitung an Quanthof vorbei durch den Flecken Salzhemmendorf Richtung Grohnde. Damit sei das Gebiet schon beeinträchtigt.

Die endgültige Entscheidung über den Streckenverlauf wird es wohl erst in einigen Jahren geben. Ab Frühjahr 2017 will die Bundesnetzagentur die jetzt vorgestellten Erdkabelkorridore prüfen, Bürgerdialoge soll es ebenfalls geben. Die Stromleitungen werden voraussichtlich nicht vor 2025 in Betrieb genommen.

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