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Thüringen sieht „Gebot der Gradlinigkeit“ verletzt

SuedLink könnte doch noch durchs Weserbergland führen

WESERBERGLAND. Anfang März hat es noch danach ausgesehen, dass die geplante Stromtrasse SuedLink mit großer Wahrscheinlichkeit nicht durch das Weserbergland führen würde. Die bevorzugte Route der Strombetreiber Tennet und TransnetBW verläuft östlich von Hannover – und unter anderem durch Thüringen. Dort regt sich jetzt Widerstand. Die Thüringer Umweltministerin Birgit Keller will einen alternativen Trassenverlauf in das Genehmigungsverfahren einreichen. Der würde wiederum durch die Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg führen.

veröffentlicht am 11.05.2017 um 14:08 Uhr
aktualisiert am 11.05.2017 um 21:03 Uhr

Der alternative Routenverlauf von Thüringens Umweltministerin Birgit Keller würde durch das Weserbergland führen. Foto: dpa
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Bei der Stromtrasse „SuedLink“ handelt es sich um Erdkabel, die Windstrom von der Küste nach Süddeutschland transportieren sollen. Dafür standen verschiedene Routen zur Option. Eine davon führte durch Hameln-Pyrmont und Schaumburg. Doch davon waren die Strombetreiber zuletzt abgerückt. Die nun bevorzugte Route würde unter anderem durch Thüringen führen.

Umweltministerin Keller sieht das „Gebot der Gradlinigkeit“ des von den Strombetreibern bevorzugten Trassenverlaufs verletzt, wie sie auf der Internetseite des Freistaats Thüringen Anfang dieser Woche verlauten ließ. Dieses Gebot habe sich an der Luftlinie zwischen den Anfangspunkten im Norden und den Endpunkten im Süden zu orientieren habe. „Demnach dürfte das Erdkabel gar nicht durch Thüringen verlaufen“, so Keller. Deshalb hat das Ministerium zwei alternative Vorschlagskorridore entworfen. Beide würden durch das Weserbergland führen.

Dazu hat sich am Donnerstag auf Anfrage der Dewezet auch das Bündnis „Hamelner Erklärung“ geäußert. Das Bündnis hatte sich 2014 im Zuge der ursprünglichen Planung der Strombetreiber gebildet, die für die Trasse Freileitungen statt Erdkabel vorgesehen hatten. „Bisher ist uns zum Thüringer Vorschlag nicht bekannt, auf welcher Methodik dieser im Einzelnen beruht, wo die vorgeschlagenen Korridore im Detail verlaufen, welche Belastungen entstehen und wie dieser in der Gesamtschau zu beurteilen ist“, heißt es vonseiten des Bündnisses, das dazu nun „zeitnah Gespräche führen“ möchte.

Die Landräte der Hamelner Erklärung seien sich „einig darin, dass es dieser Trassierung des Südlinks bedarf“, teilt Bündnissprecher und Landrat Tjark Bartels mit. „Wir haben fast drei Jahre dafür gekämpft, dass diese Trassierung so gerecht und so fair wie möglich verläuft und genau so werden wir auch mit den Vorschlägen aus Thüringen umgehen.“ Die Trasse müsse dort gebaut werden, „wo nachvollziehbar die geringsten Auswirkungen für Mensch und Natur entstehen“, heißt es im Pressetext. Werde dies nachvollziehbar dargelegt, würde eine Trasse auch im eigenen Gebiet von den Landkreisen akzeptiert werden.

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