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Bundesnetzagentur verspricht schonende Lösung für Natur und Mensch

Suedlink in die Erde? Behörde will großzügig sein

Weserbergland. Falls die geplante Höchstspannungsleitung Suedlink durchs Weserbergland geführt wird, sollte sie möglichst in der Erde verschwinden. Das fordern die betroffenen Landkreise, darunter Hameln-Pyrmont und Lippe. Und sie können dabei auf ein „großzügiges Agieren“ der Bundesnetzagentur vertrauen. Das versicherte der Präsident der für den Netzausbau zuständigen Genehmigungsbehörde, Jochen Homann, jetzt in Bad Pyrmont. Er sprach dort mit Vertretern der Bürgerinitiative Weserbergland und der an der möglichen Trasse liegenden hiesigen Kommunen.

veröffentlicht am 15.05.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.05.2015 um 11:53 Uhr

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Weserbergland. Falls die geplante Höchstspannungsleitung Suedlink durchs Weserbergland geführt wird, sollte sie möglichst in der Erde verschwinden. Das fordern die betroffenen Landkreise, darunter Hameln-Pyrmont und Lippe. Und sie können dabei auf ein „großzügiges Agieren“ der Bundesnetzagentur vertrauen. Das versicherte der Präsident der für den Netzausbau zuständigen Genehmigungsbehörde, Jochen Homann, jetzt in Bad Pyrmont. Er sprach dort mit Vertretern der Bürgerinitiative Weserbergland und der an der möglichen Trasse liegenden hiesigen Kommunen. „Wir wollen ein bürgerfreundliches Verfahren. Dazu gehört, die Regelungen zur Erdverkabelung zu erweitern und zu verbessern“, erklärte Homann. Behauptungen, der Bund wolle nur maximal zehn Prozent der Strecke verkabeln, stimmten nicht. „Es gibt keine Quote für Erdkabel, sondern nur die Grenze der Vernunft.“ Wo „die Sinnhaftigkeit“ gegeben sei, könne die Stromautobahn, die von Schleswig-Holstein nach Bayern verlaufen soll, vergraben werden. „Bezahlen wird das nicht die Bundesnetzagentur, sondern der Bürger.“ Der Eingriff für die Natur und den Menschen müsse auf alle Fälle „schonend, schonend, schonend“ erfolgen. Die Netzagentur wolle jedoch den Vorrang von Freileitungen nicht aufgeben – wegen der geringeren Kosten und weil die Erdkabel noch Neuland seien.

Technische Entscheidungen zu dem Stromtrassenbau fallen nach Worten Homanns erst am Ende des langen Planungsverfahrens. Allerdings hätte eine Erdverkabelung Auswirkungen auf die konkrete Routenführung; dabei geht es um die Abstände zur Bebauung, und in Wälder will Homann keine Schneisen schlagen lassen. Die Agentur dränge den Netzbetreiber Tennet, „die Erdkabeloption schon jetzt mitzudenken und beim Antrag mitzuliefern“.

Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels (SPD) sieht „eine rasante Entwicklung bei der Erdverkabelung“. Der Bundesrat habe soeben empfohlen, den Referentenentwurf zu diesem Punkt deutlich zu verändern. Dass im Bundestag von den Abgeordneten der betroffenen Regionen intensiv für diese Methode geworben wird, bestätigte MdB Michael Vietz (CDU). Bartels nahm am Mittwoch an einem Treffen Homanns mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) teil. Dort herrschte Einigkeit, dass für die Energiewende „akzeptierte Lösungen“ nötig seien. Die Sozialdemokraten in Lippe haben sich an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gewandt, damit sie sich beim Bund für die Erdverkabelung einsetzt – gemeinsam mit der niedersächsischen Regierung, wie der Kreisvorsitzende Axel Lehmann sagt.

Beschlüsse zur Trasse fallen laut Homann erst nach 2016. Es gebe eine offene Debatte, alles sei im Fluss. Ob eine Entscheidung für den Schwenk durch das Weserbergland eine spätere Erweiterung vorzeichne – wegen des Bündelungsgebotes –, könne er weder bestätigen noch dementieren. Es sei auch nicht gesagt, dass dann drei Mastreihen nebeneinander stehen würden. Nun müsse Tennet erst einmal die Mängel aus dem im Dezember eingereichten Trassenantrag beseitigen. Homann: „Am Ende muss ein nachvollziehbares Ergebnis stehen.“

Möglichst in der Erde verschwinden sollen die Kabel für eine neue Stromleitung, wenn sie denn durchs Weserbergland führt – die Bundesnetzagentur versprach bei einem Gespräch in Bad Pyrmont, die Regelungen zur Erdverkabelung „zu erweitern und zu verbessern“.

dpa

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