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Info-Foren zu Erdkabel-Planung / Bei den Landwirten regt sich Protest

Südlink: Bürgerbeteiligung geht weiter

WESERBERGLAND. Nach massiven Protesten der Bevölkerung sowie der betroffenen Landkreise wurde die Entscheidung getroffen, die Südlink-Trasse als Erdkabel zu verlegen. Damit war auch die Absicht vom Tisch, einen Teil der Trasse durchs Weserbergland führen zu lassen. Doch wie sehen die konkreten Planungen aus?

veröffentlicht am 07.11.2016 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 13:58 Uhr

Die Landwirte befürchten durch die Verlegung von Erdkabeln negative Folgen wegen des massiven Eingriffs in den Boden. Foto: dpa
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Nach aktueller Planung berührt die neue Südlink-Erdkabeltrasse nur noch einen kleinen Abschnitt des Landkreises Hameln-Pyrmont im Raum Salzhemmendorf. Doch wie sehen die konkreten Planungen aus? Dazu gibt „Tennet“ in den kommenden Tagen Auskunft. Der Netzbetreiber informiert in Niedersachsen in Abstimmung mit den Landkreisen vom 7. bis 14. November über die Erdkabelkorridore. In zehn Landkreisen findet Info-Foren statt, darunter auch am 14. November im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Damit setzt Tennet die in der vergangenen Woche in Niedersachsen gestarteten Info-Veranstaltungen fort. Einige der Info-Foren finden auf Einladung von Landkreisen im Rahmen von Bürgerveranstaltungen statt. Auf den Info-Foren können sich Bürger über die Planungsgrundlagen, die Technologie und den Bau von Erdkabeln informieren und Hinweise zur Planung der vorgeschlagenen möglichen Erdkabel-Korridore vor Ort abgeben. Dazu erklärt Lex Hartman, Mitglied der Tenne-Geschäftsführung: „Wir suchen das Gespräch mit den Bürgern bereits jetzt, weit vor Beginn der Genehmigungsverfahren. Uns ist es wichtig, frühzeitig und transparent zu informieren. Die lokalen und regionalen Informationen der Menschen vor Ort können helfen, die Planung zu optimieren.“

Indes regt sich seitens der niedersächsischen Landwirte Protest. Sie befürchten, dass bei einer Erdverkabelung aufgrund der vermuteten geringeren Lebensdauer der Kabel immer wieder Störungsfälle auftreten, bei denen auf den Äckern dann immer wieder gebuddelt werden müsse.

Nach Ansicht der potenziell betroffenen Landwirte sollte der Transport des Stroms per Erdkabel das Klima und landwirtschaftliche Flächen auf jeden Fall schonen. Ein gemäßigter Flächenverbrauch für das Erdkabel werde sicher nur zu erreichen sein, wenn auf Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen vollständig verzichtet werde. Auch die Landesregierung geht von einer Schonung der Umwelt, des Landschaftsbildes und des Flächenverbrauchs aus. Angesichts der zu befürchtenden Beeinträchtigung des Eigentums und der dauerhaften Inanspruchnahme, so die Landwirte, müssten auch die Zahlungen an die betroffenen Grundeigentümer entsprechend ausfallen. Das Erdkabel dürfte jedes Grundstück beim Wertzuwachs am Bodenmarkt auch für nachfolgende Generationen auf ewig benachteiligen, wird argumentiert. Hameln-Pymronts Landrat Tjark Bartels hatte bereits hinsichtlich der jüngsten Südlink-Entwicklung angekündigt, dass sich der Landkreis Hameln-Pyrmont nun „mit dem Schutz des Bodens beschäftigen wird, um Grundeigentümer-Belange zu vertreten“.

Seit Ende September gibt es auch die Möglichkeit der Beteiligung über das Internet. So können sich die Bürger nicht nur während der Info-Foren über die SüdLink-Planungen informieren, sondern finden unter www.tennet.eu die möglichen Korridorverläufe sowie Erläuterungen zu allen Themen rund um die Planung von SuedLink. Außerdem können sie über ein Online-Planungs- und Beteiligungstool direkt Hinweise zu den Planungen eingeben.
Die Bürger-Veranstaltung zum Südlink in Hameln findet am 14. November von 17 bis 21 Uhr in der Sumpfblume in Hameln (Am Stockhof 2a) statt.

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