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Landkreise erhoffen sich mehr Akzeptanz durch Neuplanung / Bürgerinitiative erleichtert

Südlink – Bündnis fühlt sich bestätigt

Weserbergland. Auf Erleichterung stößt die Entscheidung des Stromnetzbetreibers Tennet, die zunächst als Freileitung geplante Trasse Südlink komplett neu zu erarbeiten. Damit werde so verfahren, wie es das länderübergreifende Bündnis mit der „Hamelner Erklärung“ gegen die geplante Stromtrasse in der Vergangenheit immer wieder eingefordert hatte. „Tennet sieht durch den geforderten Vorrang für Erdverkabelung bei der Gleichstromverbindung Südlink die Chance, mehr Akzeptanz für das geplante Projekt zu gewinnen“, erklärt Lippes Landrat Friedel Heuwinkel als stellvertretender Sprecher für das aus 21 Landkreisen bestehende Bündnis der „Hamelner Erklärung“, während sein Hameln-Pyrmonter Amtskollege Tjark Bartels im Urlaub ist. „Wir teilen diese Ansicht und begrüßen natürlich ausdrücklich, dass das Unternehmen die neuen Rahmenbedingungen umsetzen und zügig mit den Neuplanungen beginnen möchte.“

veröffentlicht am 30.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.12.2015 um 11:21 Uhr

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Die Bürgerinitiative Weserbergland zeigt sich ebenfalls erleichtert. Ihr Sprecher Rolf Keller aus Börry teilt mit: „Mit den neuen Planungen von Tennet erhoffen wir durch die Erdverkabelung und die damit verbundenen topografischen Probleme im Weserbergland einen kompletten Verzicht der künftigen Trassenführung in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden.“ Allerdings wirft Keller der Landesregierung und dem Landkreis vor, erst spät reagiert zu haben.

Besonders überrascht zeigt er sich von der Äußerung des Umweltministers Stefan Wenzel, dass sich die Landesregierung „von Anfang an dafür eingesetzt“ habe, die Erdkabelmöglichkeiten zu nutzen. Das sei „vorsätzlich falsch“, meint Keller. Immer wieder hätten die Initiativen seit Februar 2014 die Landesregierung aufgefordert, sich zur Trassenführung zu äußern und ihren Einfluss geltend zu machen. Der Börryer Ortsbürgermeister und Emmerthaler Ratsherr: „Passiert ist nichts.“ Das galt zumindest für längere Zeit – wie auch beim Landkreis. „Anfangs wurde die BI Weserbergland belächelt und nicht für voll genommen“, teilt Keller mit. Erst nach vier Monaten der Aufklärung habe der Landrat „dann die Wichtigkeit des Anliegens erkannt“ und zur Hamelner Runde aufgerufen.

Unterdessen hat der heimische Landtagsabgeordnete Otto Deppmeyer (CDU) eine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Unter anderem will er wissen, wie sie sicherstellen wolle, dass „der Netzausbau, bei dem nun ein Vorrang für Erdverkabelung gelten soll, auf eine erhöhte Akzeptanz stößt und der notwendige Ausbau im geplanten Zeitraum stattfinden kann“. cb

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