weather-image
Aussage der NRW-Landesregierung sorgt für Irritation

Suedlink am Ende doch oberirdisch?

Hameln-Pyrmont. Zu früh gefreut? Der Jubel war groß, als die Bundesregierung Anfang Juli ankündigte, bei der Stromautobahn Südlink solle voranging auf unterirdische Kabel, nicht auf Leitungen auf Hochspannungsmasten gesetzt werden. Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels hatte sich gemeinsam mit den Vertretern anderer potenziell betroffener Landkreisen für Erdkabel starkgemacht. Doch nun sorgen Informationen aus dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium für Irritation. Plötzlich scheint eine oberirdische Trasse für die Region doch noch nicht vom Tisch.

veröffentlicht am 01.09.2015 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:54 Uhr

270_008_7761696_wb102_Erdkabel_dpa_2708.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

h

Das NRW-Ministerium hatte auf Anfrage der FDP geäußert, der Südlink solle dort als Freileitung gebaut werden, wo er mit bestehenden Trassen gebündelt werden kann. Den Erdkabeln werde „nur bei neuen Gleichstromtrassen ein Vorrang vor Freileitungen eingeräumt, nicht bei der Bündelung von Leitungen in bestehenden Trassen“, teilte Minister Garrelt Duin mit. Und in Hameln-Pyrmont wären Trassen vorhanden – sie transportieren den Strom des Atomkraftwerks Grohnde.

Bartels, Sprecher der Landkreise, die sich gegen eine Überlandtrasse engagierten, sieht keinen Grund, Pferde scheu zu machen: Jetzt, da der grundsätzliche Vorrang der Erdkabel durchgesetzt sei, gehe es um die Ausformulierung im Gesetz. „Ob und welche Auswirkungen dabei für das Weserbergland entstehen, ist zum derzeitigen Zeitpunkt seriös nicht vorherzusagen.“ Schließlich werde nun mit veränderter Methode und unter neuen Rahmendbedingungen geplant. „Ob das Weserbergland von der neuen Trasse überhaupt betroffen ist, ist unmöglich vorherzusagen.“ Bartels ist „mit aller Vorsicht“ optimistisch: Grundsätzlich ermöglichten Erdkabel deutlich direktere Wege – und kürzere Wege sparen Geld. „Es bedürfte schon sehr guter Gründe, dass die neue Trasse auch einen Umweg über das Weserbergland nimmt“, meint der Landrat. Nun heiße es abwarten: „Vor Mitte 2016 wird keine neuer Vorschlag auf dem Tisch liegen“, so Bartels. Zudem gebe es derzeit „noch nicht einmal das zugrundeliegende Gesetz“ zum Erdkabelvorrang. „Dies wird aber wesentlich sein, um wenigstens eine Ahnungen zu entwickeln, wie eine Methode zur Trassenfindung und Verläufe aussehen könnten“, sagt der Hameln-Pymonter Landrat.fh

270_008_7763319_wb101_Erdkabel_dpa_3108.jpg
  • Kommt doch Hochspannungsmasten, die die Landschaft beeinträchtigen? Eine Erdverkabelung würde den Naturpark Weserbergland iptisch schonen. Foto: pr

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare