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Trasse soll durch Gemeinde führen

Strom-Pläne elektrisieren rund um den Ith

Wallensen/Salzhemmendorf. Die Pläne der Firma Tennet elektrisieren auch die Salzhemmendorfer: Die rund 800 Kilometer lange Stromtrasse soll mitten durch den Flecken führen. Wegen seiner Brisanz hat Ortsbürgermeister Karl-Heinz Grießner das Thema Stromtrasse durch Deutschland kurzfristig auf die Tagesordnung des Ortsrates Wallensen gesetzt. Die etwa 30 anwesenden Bürger waren sich mit den Politikern einig: Die Bürger in der Gemeinde sind mit einer bereits bestehenden überirdischen 380-KV-Leitung schon genug belastet.

veröffentlicht am 11.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.03.2014 um 11:37 Uhr

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Tennet betreibt bereits viele Hochspannungsleitungen in Deutschland – und nun soll wie berichtet eine neue Hauptschlagader dazukommen. Nach jüngsten Informationen soll die Leitung mitten durch den Flecken Salzhemmendorf führen. Etwa 60 bis 70 Meter sollen die Strommasten dabei hoch sein, die die Kabel mit einer Spannungsebene von rund 500 kV tragen. Die Inbetriebnahme des im unteren einstelligen Milliardenbereich teuren „SuedLink“-Projektes ist für 2022 geplant. Pro Verbindung soll dann eine Übertragungskapazität von zwei GW gesichert sein. Mithilfe der Stromtrasse soll der Windstrom vom Norden in den Süden gebracht werden, wo er für die Industrie benötigt wird.

Die vor Ort vorhandenen Masten sind nur halb so hoch wie die geplanten, aber die Belastung ist jetzt schon bei einigen Wetterbedingungen deutlich spürbar, so die Salzhemmendorfer. Der Elektrosmog würde durch eine größere Leitung entsprechend größer werden, befürchten sie. Unklar ist bisher, ob die bestehende Leitung über den Thüster Berg und den Ith nördlich von Ockensen ersetzt wird oder sogar daneben noch eine zweite Trasse gebaut wird. Eine geplante Infoveranstaltung für die betroffenen Gemeindeverwaltungen in der Region durch Tennet wurde kurzfristig abgesagt. Innerhalb der kommenden zwei Wochen soll aber eine Ersatzveranstaltung stattfinden.

Die Politiker in Wallensen waren sich einig, dass sie so schnell wie möglich aktiv werden müssten. „Eine zusätzliche Leitung wäre für die Betroffenen hier heftig“, so Manfred Roth (SPD). Auch aus anderen betroffenen Gemeinden waren Einwohner anwesend. Wilhelm Kaiser aus Bremke von der anderen Seite des Ith etwa erklärte, das man über Grenzen hinwegdenken muss: „Nur gemeinsam sind wir stark. Die Kommunen müssen hier zusammenarbeiten, um weitere Natureingriffe in diese tolle Landschaft zu verhindern“, so Kaiser.

Grießner hofft wie die anderen Politiker, dass mit der Ortsratssitzung ein Einstieg in die Diskussion gemacht werden konnte. Nach der geplanten Infoveranstaltung soll überlegt werden, was als nächster Schritt unternommen werden kann – auch wenn sich alle Beteiligten darüber bewusst sind, dass die Eingriffsmöglichkeiten bei so einem Bundesprojekt doch sehr beschränkt sind.

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