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Emmerthaler Rat entscheidet über Antrag von SPD und Grünen

Resolution gegen umstrittene Stromtrasse

Weserbergland. Der Emmerthaler Rat soll sich mit einer Resolution gegen den Trassenverlauf der sogenannten „Suedlink-Trasse“ durch das Gemeindegebiet aussprechen. Das sieht ein Antrag der Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen vor, über den am nächsten Donnerstag der Rat entscheiden soll. „Das mit der Ausführung beauftragte Unternehmen Tennet konnte bislang weder wissenschaftlich noch wirtschaftlich eine schlüssige Notwendigkeit für die geplante Streckenführung durch das Weserbergland vorlegen“, heißt es in dem Schreiben der beiden Fraktionsvorsitzenden Ruth Leunig (SPD) und Thomas Jürgens (Bündnisgrüne).

veröffentlicht am 24.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.03.2014 um 11:32 Uhr

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Wie berichtet, soll ab dem Jahr 2022 über die geplante neue Gleichstromtrasse der Windstrom aus Offshore- und Küstenerzeugung verlustarm und kostengünstig nach Bayern transportiert werden. „Die ohnehin durch das AKW belastete Gemeinde Emmerthal würde von der neuen Stromtrasse stark betroffen und nachhaltig in ihrer touristischen Entwicklung erheblich beeinträchtigt“, schreiben SPD und Grüne in der Resolution.

Nach ihrer Ansicht muss der vorhandene und längst überholte Netzentwicklungsplan dringend grundlegend überarbeitet werden. Im Anschluss daran müssten das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) und das Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) entsprechend dem neuen Stand angepasst werden. „Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen ist damit zu rechnen, dass der Trassenbau-Suedlink-Entwurf 2014 nicht erforderlich sein wird“, macht die Resolution deutlich. Die Anschlüsse an das AKW Grohnde sowie an das Umspannwerk seien nach Angaben von Tennet nicht geplant, so dass sich auch keine Begründung für die vorgestellte Streckenführung ergeben würde. „Hier wurde lediglich einem Computervorschlag zur preisgünstigen Umsetzung unter Ausschluss vorhandener Widerstandsgebiete wie zum Beispiel im Bereich Northeim gefolgt“, meinen die Antragsteller der beiden Fraktionen.

Könne Tennet aber nachvollziehbar die Notwendigkeit der Trasse und des Trassenverlaufs belegen, so solle die Gemeinde dazu mehrere Forderungen stellen. Die neue Stromtrasse müsse dann auf dem Gebiet der Gemeinde Emmerthal komplett unterirdisch verlegt werden unter besonderer Berücksichtigung des Umwelt- und Naturschutzes. Den Anmerkungen der Firma Tennet über die Probleme bei der Leitungsverlegung, den angeblichen Leistungsverlust und die Kosten könne laut Resolution nicht gefolgt werden. Seit Jahrzehnten würden Kabel- und Versorgungsleitungen rund um den Globus unterirdisch verlaufen. Die angeführte Kostensteigerung verschleiere die Tatsache, dass Tennet zwar Kosten spare, diese aber in mehrfacher Münze im Landkreis durch Landschaftsverlust bezahlt werden müssten. „Die höheren Verlegungskosten bezahlen über den Strompreis alle Nutzer, den Landschaftsverlust nur die Betroffenen“, heißt es in der Resolution.

Als weitere Forderung wird erhoben, dass die beiden vorhandenen Ferntrassen zurückgebaut werden müssten, da diese nach der Abschaltung des AKW in Grohnde nach dem Atomausstieg überflüssig würden. Dazu gehören die Streckenabschnitte Bergshausen-Grohnde-Wahle und Grohnde-Landesbergen. Sollten Kapazitäten gebraucht werden, ließen sie sich nach einem entsprechenden Umbau über das vorhandene Leitungsnetz transportieren. cb

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