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Landkreise laden zu öffentlicher Fachtagung ein

Planung der Strom-Autobahn geht in die nächste Runde

WESERBERGLAND. Beim Stromnetzbetreiber Tennet laufen die Neuplanungen für die Höchstspannungsleitung „Südlink“. Das Landkreis- Bündnis „Hamelner Kreis“ will für alle Eventualitäten gerüstet sein. Es veranstaltet deshalb am Dienstag, 21. Juni, bei Fulda eine öffentliche Fachtagung zum Ausbau des Leitungsnetzes, wie er für die Energiewende erforderlich ist.

veröffentlicht am 13.06.2016 um 20:21 Uhr
aktualisiert am 12.07.2016 um 13:20 Uhr

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Autor:

Hans Siedler
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Diese neuen Verbindungen werden vor allem gebraucht, um den in den nördlichen Bundesländern und in der Nord- und Ostsee erzeugten Windstrom in die Verbrauchszentren im Süden der Bundesrepublik zu transportieren; sie werden bisher vor allem durch Atomkraftwerke versorgt. Die Bundesregierung hat im Bundesbedarfsplan 2012 beschlossen, dass dieser Transport vor allem über vier Höchstspannungsgleichstrom-Trassen, die sogenannten Stromautobahnen, kurz HGÜ, bewerkstelligt werden soll.

Der erste Planungsantrag für die längste dieser Strom-trassen, den Südlink, war vom Tennet im Dezember 2014 bei der Bundesnetzagentur eingereicht worden. Die als Freileitung konzipierte Trasse hatte jedoch viele Betroffene auf den Plan gerufen. Hierzu ge-hörte insbesondere das unter der „Hamelner Erklärung“ zusammengeschlossenes Bündnis von über 20 Landkreisen entlang der „Vorzugstrasse“. Dieses Bündnis ließ den ersten Planungsantrag von Fachexperten und Juristen prüfen. Im Ergebnis führte eine Vielzahl an festgestellten Planungsfehlern zur Zurückweisung des Planungsantrages durch die Bundesnetzagentur. Wegen der geringen Akzeptanz des Freileitungsbaus beschloss das Bundeskabinett am 1. Juli 2015, die Gleichstromtrassen fortan vorrangig als Erdkabeltrassen zu planen.

Inzwischen wurden die neuen Erdkabelziele der Bundesregierung in gesetzliche Re-gelungen gegossen. Die Planung für die HGÜ-Trassen geht in eine neue Runde. Die Planungen werden sich nach der neuen Gesetzeslage nun dicht entlang der Luftlinie zwischen den Anfangs- und Endpunkten der Trassen orientieren. Abweichungen von 25 Kilometer links und rechts sind möglich.

Die groben Leitlinien der Erdkabelplanung hat die Bundesnetzagentur in einem „Po-sitionspapier Erdkabel“ festgeklopft. Es wurde im Mai in Hannover vorgestellt. Das Bündnis „Hamelner Erklärung“ ruft die von Gleichstromplanungen voraussichtlich betroffenen Landkreise und Gemeinden nun dazu auf, ihre Anforderungen an die Ausbauplanung gemeinsam zu formulieren. Diesem Zweck dient die Fachkonferenz zum „Bodenschutz an HGÜ-Erdkabeltrassen“ in der kommenden Woche im Gemeindezentrum Künzell (Hahlweg 32-36). Die Veranstaltung dauert von 12.30 bis 17.30 Uhr.

Infos im Internet: www.hamelner-erklaerung.de.

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