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Bürgerinitiative ruft anlässlich der Tennet-Infoveranstaltung zum Protest auf und findet geharnischte Worte

Mit Trillerpfeifen gegen den „Suedlink“

Rischenau. Es soll möglichst schnell gehen mit dem Bau des „Suedlinks“, mit dem der Strom aus den Windkraftanlagen im Norden Deutschlands in den Süden transportiert werden soll. Für die Genehmigung sind darum auch nicht mehr wie früher bei vergleichbaren Vorhaben die Bundesländer zuständig, sondern die Bundesnetzagentur. Vertreter der Behörde sind darum auch gemeinsam mit dem Netzbetreiber Tennet, der die Starkstromleitung bauen will, bei den Infoveranstaltungen dabei, die entlang der geplanten Trassenführung stattfinden und heute im Dorfgemeinschaftshaus Rischenau Station machen.

veröffentlicht am 07.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 17:03 Uhr

Autor:

von Hans-ulrich kilian
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Fünf Stunden – von 15 bis 20 Uhr – wollen sich die Planer Zeit nehmen, um über die Planung zu informiern. Die 500- kV-Trasse soll, von Falkenhagen kommend über das Gewerbegebiet, nahe an der Wohnbebauung und dem Baugebiet „Scharpenberg“ in Rischenau vorbei in den Kreis Höxter führen. „Jetzt ist die Chance am größten, noch wesentliche Änderungen zu bewirken, später wird der Entscheidungsspielraum deutlich kleiner“, hat Thomas Wagener, der die Infoveranstaltungen der Firma Tennet organisiert, den Rischenauern in einem Interview Mut gemacht, sich zu äußern. Und genau das will die Bürgerinitiative heute tun. Sie hat anlässlich der Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus zu einer Protestaktion aufgerufen. Um 18 Uhr sollen dort möglichst viele Dorfbewohner aus Rischenau, Falkenhagen und Umgebung mit Trillerpfeifen und Plakaten ihren Unmut bekunden. Und um 19 Uhr soll den Verantwortlichen Unterschriften gegen die Trassenführung übergeben werden.

Das südliche Gemeindegebiet der Stadt Lügde muss bereits mit einer Starkstromleitung leben, die von Kernkraftwerk Grohnde kommen nach Westen führt. Es sind geharnischte Worte, die die Bürgerinitiative nutzt, um ihren Protest deutlich zu machen. Von „Verschandelung unseres Lebensraumes“, von „Kindern als Versuchskaninchen, der „Landflucht junger Familien“ und dem „Wertverlust der Häuser und Grundstücke“ ist die Rede.

„Wir fordern Aufklärung über die konkreten Auswahlkriterien für den Trassenverlauf im Allgemeinen und die Begründung für die Auswahl der Trasse Mitte-West durch den Kreis Lippe als Vorzugstrasse“, so Elke Schäfer von der Bürgerinitiative, die meint, dass ein Trassenverlauf entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze besser wäre. „Denn dort sind Menschen nicht betroffen.“

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