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Der Pyrmonter Rat lehnt die von Tennet geplant Trasse für den „SuedLink“ einmütig ab

Kein Westschwenk durchs Weserbergland

Bad Pyrmont. „Kein Stromtrassenbau in Bad Pyrmont und im gesamten Weserbergland.“ Das ist der Kern einer Resolution gegen die Stärkststromleitung „Suedlink“ der Firma Tennet, die der Rat der Stadt Bad Pyrmont in seiner Sitzung am Montag einstimmig verabschiedet hat. Der Text ist nahezu identisch mit dem, den die Stadt Lügde und der Kreistag Hameln-Pyrmont bereits auf den Weg gebracht haben.

veröffentlicht am 04.06.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 17:02 Uhr

Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Die CDU hatte die Abstimmung über die Resolution auf die Tagesordnung dieser zusätzlichen Ratssitzung setzen lassen, denn betroffen wäre bekanntlich auch die Ortschaft Neersen. Sechs Monate seien es noch, bis die Bundesnetzagentur über den Trassenverlauf entscheide, so Dirk Wöltje (CDU), der wie andere Redner auch, betonte, dass darum der gemeinsame und parteiübergreifende Protest aller Gemeinden und des Kreises wichtig sei, um ein Maximum an Wirkung zu erzielen.

Begründet wird die Ablehnung des Trassenverlaufs damit, dass Tennet bislang weder wissenschaftlich noch wirtschaftlich eine schlüssige Notwendigkeit für die Streckenführung durch das Weserbergland habe vorlegen können. „Warum wird aus einer Nord-Süd-Leitung eine Nord-West-SüdLeitung?“, fragte Ulrich Watermann (SPD) nach dem 100 Kilometer langen Umweg. Klaus Muchow befand, dass bei der Trassenauswahl die lokalen Begebenheiten nicht berücksichtigt worden seinen und Neersen von Stromleitungen förmlich eingekreist wäre. Für die Fraktion von Bürgersinn und FDP betonte Wilfried Seibel, dass es nicht reiche, sich auf einzelne Aspekte einzulassen. „Wir können nicht hinnehmen, dass Tennet die Kulturlandschaft des Weserberglands durchschneidet und zerstört.“

Die Gleichstromtrasse sei von der Bundesregierung als nationales Vorhaben eingestuft worden, erinnerte Ursula Körtner (CDU). „Hat die Bundesnetzagentur ihre Entscheidung erst einmal getroffen, dann haben wir keine Einflussmöglichkeiten mehr“, machte sie deutlich, warum der Protest im Vorfeld wichtig sei. Auch Enteignungen seien möglich.

In der Resolution ist davon die Rede, dass der ohnehin durch das Atomkraftwerk Grohnde belastete Landkreis Hameln-Pyrmont von einer neuen Stormtrasse in seiner touristischen Entwicklung beeinträchtigt würde. Da gelte auch in Bezug auf Natur- und Landschaftsschutz, auf die Bevölkerungsentwicklung, auf die Dorfentwicklungsplanung und auf die gesundheitliche Beeinträchtigung.

Die Resolution soll – mit den Unterschriften der Bürgermeisterin und der Fraktionsvorsitzenden versehen – der Firma Tennet und der Bundesnetzagentur zugestellt werden. Um mit den Entscheidern zu sprechen, so regte Körtner an, sei es vielleicht auch sinnvoll, eine Delegation zu entsenden.

Die in Sachen Suedlink demonstrierte kritische Einigkeit des Rates wünschte sich Watermann auch für das zurzeit vom Netz genommene Kraftwerk in Grohnde. „Das darf erst dann wieder anfahren, wenn klar ist, dass der neue Generator auch wirklich funktioniert.“

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