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„Hamelner Erklärung“ sagt Nein zum Südlink

Wenn sich der Landkreis Hameln-Pyrmont, was sein forsches Vorpreschen in Sachen alternativer Energien angeht, seit Jahren voll hinter das Konzept eines Ausstieges aus der Atomenergie stellt, so machte er sich in Sachen Südlink zur Speerspitze in deren Ablehnung. Zusammen mit anderen betroffenen Kreisen und Kommunen hat sich Hameln-Pyrmont in der sogenannten Hamelner Erklärung gegen die seit 2013 bestehenden Planungen der Bundesregierung gewandt, im Stromleitungsprojekt „SüdLink“ Alternativ-Energie über mehrere parallele Höchstspannungsleitungen von Norddeutschland nach Nordbayern zu leiten. Die Nord-Süd-Stromtrasse hat ihren Anfangspunkt in Wilster und dem Endpunkt in Grafenrheinfeld in den Süden.

veröffentlicht am 12.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:12 Uhr

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Autor:

von Joachim Zieseniß
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Nachdem der Leitungsbauer Tennet auf seiner Internetseite 2014 eine Vorab-Version der Trasse veröffentlicht hatte, war klar: Die Vorzugstrasse „Mitte West“ sollte von Wilster kommend von der A7 längs südlich von Hannover auf Höhe Harsum einen „Westschwenk“ mitten durch das Weserbergland machen und erst südlich von Kassel wieder auf die A7 treffen.

Doch gleich nach dem Bekanntwerden des landschaftszerstörenden Trassenverlaufs durch den Landkreis formierte sich der Widerstand. Um ein gemeinsames Vorgehen aller betroffenen Kommunen und Gemeinden der Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie weiterer vom „Westschwenk“ betroffenen Landkreise gewährleisten zu können, fanden seit dem Jahr 2014 regelmäßige Treffen der Vertreter der Kommunen, Gemeinden sowie der Bürgerinitiativen im Kreishaus statt.

„Vorrangig Erdverkabelung - und nur in Ausnahmefällen die Strommasten auf der SüdLink-Trasse“ – so lautete seitdem die übergeordnete Forderung. Schließlich verständigen sich 17 Bündnispartner vom hohen Norden bis nach Bayern auf die sieben Punkte umfassende „Hamelner Erklärung“. Große Zustimmung gab es dann Anfang vorigen Jahres für die gemeinsame Resolution im Reichstag in Berlin: Vertretern des Drei-Länder-Anti-Südlink-Bündnisses sowie Planungsfachmann Prof. Karsten Runge und Fachanwalt Dr. Peter Durinke waren in die Bundeshauptstadt gereist, um die Parlamentarier auf das Anliegen des Zusammenschlusses aufmerksam zu machen: Das Bündnis kritisiert in aller Schärfe die neuen Trassenvorschläge von Tennet als inakzeptabel und stellt eine eigene Raumwiderstandsanalyse vor.

Derzeit sind alle Planungen wieder zurück auf null gestellt: Erdkabel sollen nun beim Bau der Höchstspannungstrasse Südlink den Vorrang vor Freileitungen bekommen – das hat der Wirtschafts- und Energieausschuss des Bundestages beschlossen. Zurzeit befindet sich Südlink noch nicht im offiziellen Planungs- und Genehmigungsverfahren. Der Betreiber hat noch keinen Antrag auf Planung eingereicht. Der Trassenverlauf ist noch nicht gesetzlich festgeschrieben.

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