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Holzmindens stellvertretender Landrat sieht Gefahr für Naturraum, Gesundheit und Tourismus

Grüne lehnen Trasse über Hochebene ab

Boffzen /Ottensteiner Hochebene. Entschieden hat sich jetzt der stellvertretende Landrat des Kreises Holzminden, Gerd Henke, gegen die Planungen einer riesigen Gleichstromtrasse durch den Landkreis Holzminden ausgesprochen. Der Grüne aus dem Südkreis Holzmindens, Sprecher der Grünen in der Samtgemeinde Boffzen, weist mit Nachdruck darauf hin, dass die sogenannte Mitte/West-Variante der Südlink-Trasse, die Tennet offenbar bevorzuge, um den Windstrom von der Nordseeküste bis nach Bayern zu transportieren, das Landschaftsbild des Weserberglands schwer in Mitleidenschaft ziehen würde.

veröffentlicht am 20.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:58 Uhr

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Autor:

Henry Griesefell
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Ein Hunderte Meter breiter Trassenkorridor mit 80 Meter hohen und ebenso weit ausladenden Masten von der Ottensteiner Hochebene über Vahlbruch, den Ostteil des Kreises Höxter bis Warburg in Richtung Kassel würde irreparablen Schaden an dem wertvollen Naturraum des Weserberglandes anrichten, ist Henke überzeugt. „Welche Auswirkungen diese Trasse auf den Tourismus in unserer Region hätte, den wir alle als wichtigen Wirtschaftszweig weiterentwickeln wollen, mag ich mir gar nicht ausdenken“, sagt Henke: „Von den möglichen Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von einer solch gewaltigen Stromtrasse ausgehen, ganz zu schweigen.“

Alles, was Tennet an bislang bekannt gewordenen Antragsunterlagen an die Bundesnetzagentur gereicht hat, „missachtet offensichtlich Raumwiderstände in unserer Region. Das, was bislang an Planungen des Stromnetzbetreibers Tennet bekannt geworden ist, widerspricht den Interessen von Kreisen und Kommunen im Dreiländereck von Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen“, erklärt Gerd Henke. So würden Naturschutzgebiete, Kulturschätze wie das Weltkulturerbe Corvey und Wohnsiedlungen schlichtweg ignoriert. „Was Tennet dazu getrieben hat, die Trasse ausgerechnet durch unsere Kreise zu legen“, bleibt im Dunkeln. „Von Transparenz in diesem Verfahren kann kaum die Rede sein“, kritisiert Henke.

Deshalb unterstützen die Grünen im Südkreis Holzminden ausdrücklich die „Hamelner Erklärung“, in der 17 Kreise und Kommunen aus den drei betroffenen Bundesländern gegen die Planungen von Tennet für diese Art von Hochspannungstrasse protestieren.

In der Hamelner Erklärung werde nicht weniger als auf 329 Raumwiderstände aufmerksam gemacht, die gegen die Tennet-Pläne sprächen. Davon werden 243 als sehr hoch eingestuft. Betroffen sind unter anderem zehn FFH-Gebiete, elf Naturschutzgebiete, Brutgebiete von seltenen Vogelarten sowie zahlreiche Einrichtungen der Infrastruktur, so Henke.

In seiner Eigenschaft als stellvertretender Landrat des Landkreises Holzminden dankt Henke ausdrücklich Landrätin Angela Schürzeberg, die mit ihren Kollegen aus Höxter und Hameln-Pyrmont, Friedhelm Spieker und Tjark Bartels, eine der Initiatoren der Hamelner Erklärung und des Widerstands gegen die Tennet-Planungen in der Region ist.

Henke verweist in diesem Zusammenhang auf eine Ankündigung des Landkreises Kassel: Im Kasseler Kreishaus soll am 24. Februar eine Konferenz stattfinden, bei der der Protest gegen die aktuellen Planungen weiter gebündelt werden soll. Dabei sollen auch die Chancen auf eine Erdverkabelung als Alternative zur „Monstertrasse“ erörtert werden.

Gerd Henke, grüner stellvertretender Landrat des Kreises Holzminden: „Mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit.“

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