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Bürgermeisterin Roeder zeigt kein Verständnis für die bisherige Stromtrassenplanung

„Die Bergdörfer sind genug belastet“

Bad Pyrmont. Dass die Stromtrasse, mit der im Zuge der Energiewende Strom aus regenerativer Energiegewinnung von Nord nach Süd (SuedLink) transportiert werden soll, ausgerechnet über die Ottensteiner Hochebene geführt wird, hält Bad Pyrmonts Bürgermeisterin Elke Christina Roeder für unverständlich. „Der Bereich der Pyrmonter Bergdörfer ist genug belastet“, sagte sie gestern unter Hinweis auf die dort stehenden Windräder und die bereits vorhandene Hochspannungsleitung. „Genau darum werden wir uns kümmern müssen.“

veröffentlicht am 27.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.03.2014 um 11:50 Uhr

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Roeder hatte – wie andere Bürgermeister betroffener Städte und Gemeinden auch – am Dienstag an einem Informationsgespräch in Hannover teilgenommen, das der Netzbetreiber Tennet in Kooperation mit dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund sowie dem Niedersächsischen Landkreistag angeboten hatte (siehe auch Seite Weserbergland). Bislang hatte sich die Bürgermeisterin nur zurückhaltend zu den Planungen geäußert und argumentiert, dass es sich bei der Trassenführung lediglich um erste Vorüberlegungen handele und sie mehr Informationen benötige. Die hat sie nun nach dem Gespräch in Hannover, auch wenn ihrer Meinung nach längst nicht alle Fragen offen beantwortet worden seien. „Tennet suggeriert, offen mit Informationen umzugehen, doch ich glaube, das täuscht.“ Zum Beispiel habe es keine konkreten Informationen über die beiden möglichen Alternativen für eine Trassenführung gegeben, die Bad Pyrmont nicht betreffen würden, und es sei auch offen, ob der Netzbetreiber mit den Anliegern dort schon spreche.

Auf dem Gebiet der Stadt Bad Pyrmont würde die Trasse nahe an Neersen vorbeiführen. „Wenn überhaupt, dann nur per Erdverkabelung“, fordert Roeder. „Mit einer Freileitung würde das Unternehmen Geld auf Kosten der Bürger und Bürgerinnen sparen“, gibt die Bürgermeisterin zu bedenken, die noch weitere Argumente gegen die Planung vorbringen könnte. Tennet legt zum Beispiel nach eigenen Angaben Wert darauf, nicht nur ökologische Schutzgüter wie die Brutgebiete von Wiesenvögeln zu berücksichtigen, die es auf der Hochebene gibt, sondern auch kulturelle wie zum Beispiel Weltkulturerbestätten. Letzteres strebt Bad Pyrmont bekanntlich an. uk

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