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Landwirte, Wald- und Grundbesitzer machen mobil: Jährlich angepasste Zahlungen gefordert

CDU will faire Erdkabel-Entschädigung

Weserbergland. Landwirte, Wald- und Grundstückseigentümer gehen in die Offensive. Nach mehrmaligen, vergeblichen parlamentarischen Vorstößen soll nun der Widerstand der Basis aktiviert werden. Gleich vier amtierende CDU-Landtagsabgeordnete, darunter auch der ehemalige Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen, waren der Einladung des heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer gefolgt.

veröffentlicht am 13.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.02.2016 um 08:32 Uhr

Autor:

Ernst August Wolf
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„Welche Auswirkungen hat die Erdverkabelung der Südlink- Stromtrasse für die Grundstückseigentümer?“ so die zentrale Frage. Die Nachteile für die betroffenen Gruppen stellte MdL Helmut Dammann-Tamke, Landwirt aus Stade und der Fraktionssprecher für Landwirtschaft und ländlichen Raum, dar.

Nicht die Verkabelung an sich sei zu kritisieren, schließlich sei die im Rahmen der Energiewende gesellschaftlich allgemein akzeptiert, nur in Sachen Entschädigung herrsche erheblicher Unmut. Dam-mann-Tamke: „Wir wollen eine faire Entschädigungsregelung, jährliche Zahlungen, die jederzeit nachverhandelt werden können und die an die entstehenden Nachteile angepasst sind, mit Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit.“ Bei einer geplanten Trassenbreite von 48 Metern und acht Meter Grabentiefe könne etwa infolge von Wasserschäden die betreffende Fläche über Jahre hinaus nicht bewirtschaftet werden. Derzeit sehe die Rechtslage allerdings keine einheitliche Entschädigung durch die Netzbetreiber vor. Konkrete Verhandlungen mit dem Betreiber Tennet gäbe es nicht. Über dem Ganzen hinge zudem das Damoklesschwert möglicher Enteignungen. „Die dann 10 bis 20 Prozent des Verkehrswertes sind für uns absolut inakzeptabel“, empörte sich Dammann-Tamke.

„Wenn die Bevölkerung das Erdkabel will, muss sie sich im Klaren sein, dass es teurer wird“, so auch Frank Kohlenberg vom Landvolk-Kreisverband Weserbergland. Auf etwa einen Euro und zehn Cent pro Jahr werde der Strompreis eines durchschnittlichen Verbrauchers steigen, so ein von der Landwirtschafts-Lobby in Auftrag gegebenes Gutachten. „Nein, die Landwirte wollen nicht den Preis in die Höhe treiben, sondern nachhaltig auch für die kommenden Generationen, für ihre Kinder und Kindeskinder, Sicherheit haben“, kommentierte die Landtagsabgeordnete Petra Joumaah die Forderungen.

Auch Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen zeigten Verständnis. Udo Bernd aus Börry: „Im Vergleich zu Windkraftanlagenbesitzern sollten auch die vom Erdkabel beeinträchtigten Grundstückseigentümer angemessen entschädigt werden.“ Notfalls werde man sogar zum Instrument der Verfassungsbeschwerde greifen, um unliebsame Entscheidungen zu verzögern, drohte ein Teilnehmer der Veranstaltung: „Was Seehofer kann, können wir auch.“

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