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Sie wollen Stromtrasse nicht tatenlos hinnehmen / Roeder: Bisher nur Vorüberlegungen

Bergortsvorsteher sorgen sich

Bad Pyrmont. In den Pyrmonter Bergdörfern regt sich der Widerstand gegen eine Stromtrasse, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Ortschaft Neersen vorbeiführen könnte. In einem offenen Brief an Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) haben die Ortsvorsteher aus Kleinenberg, Großenberg Eichenborn und Neersen am Montag ihre Sorge vor weiteren Eingriffen in das Landschaftsbild und vor gesundheitlichen Folgen zum Ausdruck gebracht.

veröffentlicht am 11.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.03.2014 um 14:06 Uhr

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Die Bergdörfer tragen ohnehin die Last der vielen Windkraftanlagen, denn dort hat die Stadt Bad Pyrmont eine Vorrangfläche ausgewiesen. Bisher hat der Landkreis Hameln-Pyrmont 13 Windenergieanlagen genehmigt, 15 weitere Standorte sind beantragt und geplant. Vergangene Woche hat die Firma Tennet einen möglichen Trassenkorridor für die Leitung vorgestellt, mit der Strom aus regenerativer Energie aus dem Norden in den Süden Deutschlands transportiert werden soll – den sogenannten „Südlink“. Und der würde östlich von Neersen Pyrmonter Gebiet queren. Die Ortsvorsteher wollen das nicht tatenlos hinnehmen. „Wir werden schnellstmöglich Einwände gegen den geplanten Korridor mit den Bürgerinnen und Bürgern in unseren Dörfern vorbringen, bevor es zum Planfeststellungsverfahren kommt“, heißt es in dem von Großenbergs Ortsvorsteher Dirk Wöltje (CDU) als Sprecher im Namen seiner Kollegen verfassten Schreiben an Roeder. „Ruhig und gelassen, wie es die Landräte Bartels und Schürzeberg sind, können wir angesichts der bereits verschandelten Landschaft nicht sein“, so Wöltje, der kritisiert, dass sich Roeder bislang nicht zu dem Thema geäußert habe. „Jetzt geht es darum, schnell zu reagieren und zu klären, was man unternehmen kann.“

Die Bürgermeisterin sieht das nicht so. Es sei im jetzigen Planungsstadium zu früh, die Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren, da es sich bei der Trassenführung lediglich um erste Vorüberlegungen handele. „Vermutung und dergleichen sind nicht hilfreich, werden die Menschen möglicherweise verunsichern“, ließ sie gestern auf Anfrage wissen. „Wir werden selbstverständlich zu einer Informationsveranstaltung einladen, sollte es nähere verwertbare Informationen geben“, versicherte sie – „und zwar gemeinsam mit den betroffenen Nachbargemeinden, um nach Lösungen zu suchen.“

Aber offenbar ist Eile geboten, denn größere Korrekturen sollen im Planfeststellungsverfahren nicht mehr möglich sein, heißt es im Umweltministerium in Hannover. „Anders als bisherige Stromplanungen werden die Projekte jetzt beschleunigt umgesetzt“, so Stromnetz-Referatsleiter Christian Schwarzenholz. „Es kommt stark darauf an, frühzeitig Bedenken vorzutragen.“ Schon in der ersten Planungsphase wird die Trasse relativ genau festgelegt, und zwar bis auf einen Korridor von einem Kilometer. Wird am Ende ein 400-Meter-Abstand zu Siedlungen unterschritten, wie es im Fall von Neersen sein könnte, kann die Bundesnetzagentur eine unterirdische Verlegung anordnen.

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