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Technische Akademie will wachsen – doch was bietet die Stadt an?

Zum Vergrößern verdammt

Hameln. Die Technische Akademie gehört zu den wichtigsten Meisterschulen Deutschlands – jährlich machen hier 4000 Menschen ihren Abschluss, Tendenz steigend. Um wachsen zu können, braucht die TA Platz. Die Linsingen-Kaserne ist vom Tisch. Doch was nun? Droht am Ende der Weggang der TA aus Hameln?

veröffentlicht am 23.10.2015 um 16:08 Uhr
aktualisiert am 17.05.2016 um 16:48 Uhr

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Autor:

von thomas thimm
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Läuft die Stadt Hameln Gefahr, möglicherweise einen wichtigen Bildungsträger zu verlieren? Die Technische Akademie (TA) will sich vergrößern, hat dieses auch mehrfach erklärt – doch im Rathaus tut man sich offenbar schwer, geeignete Flächen anzubieten. Der TA-Vorstandsvorsitzende Werner Thiele gibt sich auf Anfrage unserer Zeitung deutlich zugeknöpft: „Über strategische Firmenentscheidungen wollen wir öffentlich nichts sagen.“

Es ist kein Geheimnis, dass die TA für Hameln zu einer wichtigen Einrichtung geworden ist. Die TA hat Schulen in Hameln, Hannover, Hildesheim und Göttingen – und bezeichnet sich selbst als „eine der führenden Meisterschulen in der Bundesrepublik“. Jahr für Jahr besuchen an den vier Standorten 4000 Studierende die 60 Lehrgänge im gewerblich-technischen und im kaufmännischen Bereich – Tendenz steigend. Deshalb lässt sich Thiele auch entlocken: „Wir sind nach wie vor daran interessiert, uns in Hameln zu entwickeln.“

„Kein Kommentar“ – „Darüber sprechen

wir nicht öffentlich“

Entwickeln bedeutet vergrößern. Thiele sagt dazu, dies bedeute, die TA suche zusätzliche Flächen zu ihrem bisherigen Standort an der Bahnhofstraße. Ob es bereits Geländevorschläge seitens der Stadt gegeben habe, ob es seitens der TA konkrete Wunschflächen gebe, ob die TA eher Bestandsgebäude oder Grundstücke zum Bebauen suche – alles dies kommentiert Thiele lediglich mit „Kein Kommentar.“ An anderer Stelle wird er zwischen den Zeilen deutlicher: „Dass ich mit offenen Augen in Hameln, aber auch an anderen Orten schaue, ist doch normal.“

Hamelns Wirtschaftsförderer Thomas Wahmes will nur bestätigen, dass die Stadt seit Längerem „in intensiven Kontakten und Gesprächen mit der Technischen Akademie“ sei, weil diese „weitere Flächen benötigt“. Dieses kann bedeuten, dass man kurz vor einer Einigung steht – oder aber, dass sich die Gespräche ohne Ergebnis einfach nur lange hinziehen. Die Stadt erhebt derartige Gespräche mit Unternehmern ebenso zur Geheimhaltungssache wie Grundstücksangelegenheiten: „Darüber sprechen wir nicht öffentlich, dazu machen wir keine Aussagen.“ Allgemeine Statements ergehen sich beim Wirtschaftsförderer denn auch eher in üblichen Selbstverständlichkeiten: „Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Bedürfnissen der TA gerecht werden.“ Ach.

Als ein mögliches Gelände für eine Erweiterung der TA brachte sich nach dem Briten-Abzug die Linsingen-Kaserne sozusagen selbst ins Gespräch – Stichwort Bildungscampus, in diesem Zusammenhang wurden auch die Hochschule Weserbergland, die Selbert-Schule und die Akademie Überlingen genannt oder zumindest spekuliert. Mittlerweile ist die Kaserne zum Flüchtlingslager umfunktioniert worden. Angesichts der vielen Flüchtlinge scheint es zurzeit schwierig, die Planungen für die künftige Nutzung des Linsingen-Geländes unverändert fortzusetzen. Es war geplant, die Kaserne für ein Jahr als Unterkunft zur Verfügung zu stellen, doch ob es bei einem Jahr bleibt und die Kaserne demnach ab September 2016 wieder frei ist, kann niemand vorhersagen. Zu einer Einschätzung, ob dieser Zeitpunkt realistisch ist, lässt sich das Rathaus nicht hinreißen. Auch gibt es keine Aussage dazu, ob es einen Plan B gibt, falls die Kaserne länger für die Erstaufnahme von Flüchtlingen benötigt wird. „Wir planen für das Gelände weiter mit dem Ziel, es für die genannten Nutzungen zu erschließen.“ Dass aus dem einen Jahr als Flüchtlingsunterkunft fünf Jahre oder mehr werden könnten – an solchen Spekulationen beteiligt sich die Stadt nicht. Für TA-Chef Thiele scheint das Thema Linsingen derweil erledigt zu sein: „Dazu muss ich mir keine Gedanken machen. Für die Linsingen-Kaserne gibt es eine andere Nutzung.“

Vielleicht macht sich Thiele aber gemeinsam mit dem Rathaus Gedanken über eine andere frühere britische Liegenschaft: So soll dem Vernehmen nach zumindest im politischen Raum der Bailey- und/oder Gundolph-Park am Reimerdes-kamp ins Spiel gebracht worden sein. Und in dieser Woche haben die TA und das Rathaus zwei Mal zusammengesessen und beraten …

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