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Stadt stellt Pläne für Linsingenkaserne vor

Vermarktung der Kaserne dauert mindestens fünf Jahre

HAMELN. Wer in den Bereichen „Gesundheit“ und „Bildung“ tätig ist, soll sich künftig vom Standort der alten Linsingenkaserne angezogen fühlen. Damit sich Anbieter aus diesen Branchen an der Süntelstraße ansiedeln, plant die Stadt Hameln eine bundesweite Marketingkampagne, falls „vor Ort keine entsprechende Nachfrage zu akquirieren ist“.

veröffentlicht am 30.05.2017 um 14:47 Uhr
aktualisiert am 01.06.2017 um 10:27 Uhr

Ausschließlich für Bildungszwecke sollen die Kasernen-Flächen vermietet werden. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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So möchte es das Referat des Oberbürgermeisters „Strategische Grundsatzfragen und Wirtschaftsförderung“ handhaben, wie aus einer Vorlage hervorgeht. Diese wird am Mitwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgelegt.

In erster Linie sollen die Ausschussmitglieder ihre Zustimmung geben, dass die städtischen Flächen der Linsingenkaserne als „Bildungs- und Gesundheitscampus“ entwickelt werden. Dafür sollen die „zu erwerbenden Flächen ausschließlich an Einrichtungen/Organisationen vergeben werden, die in dieses Profil passen“. Mit Ausnahme des Kinos am nördlichen Rand. Andere Interessenten, die diesem Profil nicht entsprechen, sollen demnach auf andere Standorte verwiesen werden. Genannt werden hierfür: der Bailey- oder Gundolphpark in der Nordstadt, Hottenbergsfeld oder das Gewerbegebiet Afferde, das erweitert werden soll. Allerdings will die Verwaltung auch zeitlich begrenzte Nutzungen zulassen, die nicht zum Bildungs- und Gesundheitscampus passen.

In trockenen Tüchern ist zurzeit noch nichts, allerdings steht die Stadt nach wie vor mit der Technischen Akademie Hameln (TA) in engem Kontakt, die derzeit ihren 12 000 Quadratmeter großen Standort mit 50 Schulungsräumen an der Bahnhofstraße hat. Die TA hatte frühzeitig Interesse an dem Standort bekundet und soll eng in die Entwicklung einer etwa 15 000 Quadratmeter großen Fläche eingebunden (Cluster 3 auf dem Plan) werden. Einige Vorgaben dafür sind bereits definiert und sollen im Bebauungsplan „und/oder im Kaufvertrag gesichert“ werden: mindestens zwei, maximal vier Vollgeschosse, einheitliche Dachform und Farb- beziehungsweise Materialvorgaben. Auch hinsichtlich der Anzahl der Stellplätze sowie der Anordnung haben die Stadtplaner Vorstellungen.

Im Cluster 1 (siehe Plan) sollen die Gebäude bestehen bleiben. Dort waren früher die Offiziersmesse und das Hauptquartier der stationierten Briten untergebracht. Die beiden Häuser werden „den Anforderungen entsprechend saniert“, auch Anbaumöglichkeiten sind nicht ausgeschlossen. Den Zugang zu diesen Gebäuden bildet laut Plan der bisherige Haupteingang. Für die Gebäude im Cluster 2 dagegen ist eine neue Zufahrt vorgesehen.

Dort sollen „in einer eher kleinteiligen Struktur neue Einrichtungen etabliert beziehungsweise vorhandenen in der Stadt und der Region „passende Umsiedlungsmöglichkeiten angeboten werden“. Die Stadt plant dort derzeit mit Grundstücksgrößen von etwa 2000 bis 3000 Quadratmetern.

Im Rathaus rechnen die Stadtplaner und Wirtschaftsförderer damit, dass die Vermarktung der Flächen auf dem dann städtischen Gelände „nicht kurzfristig zu realisieren ist“, sondern fünf bis sieben Jahre in Anspruch nimmt. Mit der Aufgabe betraut ist auch die städtische Tochtergesellschaft für Sozialen Wohnungsbau und Projektentwicklung mbH, die mit dem Referat Wirtschaftsförderung zusammenarbeitet.

Noch gehört das Gelände der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die diese Fläche an den Landkreis und die Stadt Hameln verkauft. Während die Stadt bereits den Kaufpreis für das von ihr gewünschte 68 000 Quadratmeter große Gelände genannt hat (rund 478 000 Euro), will der Landkreis morgen in einem Pressegespräch über den Stand der Verhandlungen mit der Bima informieren. Der Landkreis plant vor allem, die Elisabeth-Selbert-Schule dort anzusiedeln.


Info: Am Mittwoch um 16 Uhr tagt der Ausschuss für Stadtentwicklung öffentlich im Sitzungssaal des Rathauses.

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