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Gelände soll bis Ende 2016 erworben werden / Bildungs- und Gesundheitscampus geplant

Landkreis und Stadt wollen Linsingenkaserne gemeinsam kaufen

Hameln. Die Stadt Hameln und der Landkreis Hameln-Pyrmont wollen beim Thema Linsingenkaserne nun zusammenarbeiten. Das ehemalige Kasernengelände soll der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) möglichst noch in diesem Jahr abgekauft werden, teilten Oberbürgermeister Claudio Griese und Landrat Tjark Bartels mit.

veröffentlicht am 14.06.2016 um 17:07 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Der Bildungscampus Hameln soll nun schneller kommen als bisher gedacht: Die Stadt Hameln und der Landkreis wollen das gesamte Gelände der alten Linsingen-Kaserne gemeinsam kaufen und dort zusammen den Bildungscampus errichten.

Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) und Landrat Tjark Bartels (SPD) – die bislang bei verschiedenen Themen eher dadurch aufgefallen waren, unterschiedlicher Meinung zu sein – üben nun beim Thema Linsingen-Kaserne den Schulterschluss. Beide erklärten gestern, beim Erwerb der 12,5 Hektar großen Fläche fortan gemeinsam vorgehen zu wollen.

Das war noch vor Kurzem anders: Vor wenigen Wochen traten die Differenzen zwischen Griese und Bartels während einer Pressekonferenz offen zutage, als Griese bereits den Bildungscampus auf dem alten Kasernengelände favorisierte, Bartels dort jedoch längerfristig die Flüchtlingsunterkunft erhalten sehen wollte.

Nachdem aber der Flüchtlingsstrom nach Deutschland deutlich abgeebbt ist und klar wurde, dass die Aufnahmeeinrichtung ihre Daseinsberechtigung verloren hat, haben sich die Behördenchefs nun auf eine Richtung verständigt. Derzeit dient das Kasernengelände noch als Familieneinrichtung für Flüchtlinge. Bartels hatte Anfang Mai bekannt gegeben, dass die Einrichtung ihre Arbeit zum 31. Dezember dieses Jahres beenden wird. Damit ist der Weg für einen Bildungs- und Gesundheitscampus frei.

Nun wollen Griese und Bartels erklärtermaßen aufs Tempo drücken: Sie setzen darauf, den Kauf der ehemaligen Kasernenfläche möglichst noch in diesem Jahr abzuschließen. Voraussetzung wäre die Freigabe der Flächen durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die seit zwei Jahren jene Flächen in Hameln verwaltet und vermarktet, die bis zum 14. Juni 2014 von den britischen Streitkräften genutzt worden waren. Bartels und Griese betonen, das gesamte Kasernengelände von der BImA kaufen zu wollen. Beide sind sich einig, dass der Landkreis 40 Prozent der Flächen für seine berufsbildenden Schulen erwirbt, und die Stadt 60 Prozent der Flächen kaufen wird.

Allerdings: Was dadurch an Kosten auf Stadt und Kreis zukommen wird, kann – oder mag – noch niemand abschätzen: Aus dem Hamelner Rathaus heißt es auf Nachfrage dazu nur: „Das können wir nicht sagen, das wissen wir noch nicht.“

„Der Campus soll aus öffentlich-rechtlichen und privaten Bildungsträgern sowie Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich bestehen“, heißt es in einer Absichtserklärung, die Bartels und Griese unterzeichnet haben. Konkret ist bereits vorgesehen, auf dem ehemaligen Kasernengelände die Elisabeth-Selbert-Schule zu zentralisieren. Derzeit arbeitet die berufsbildende Schule noch an drei unterschiedlichen Standorten im Hamelner Stadtgebiet. Die Planungen sehen zudem eine Erweiterungsfläche für den möglichen Neubau weiterer berufsbildender Schulen vor. Als „wichtigen Partner“ für die weitere Entwicklung des Geländes sehen Stadt und Kreis die Technische Akademie. „Der Einrichtung werden die nötigen Flächen auf dem Gelände des Bildungscampus angeboten“, sagen Griese und Bartels. Und: Die auf dem Campus-Areal bereits befindliche Kantine soll bestehen bleiben und dort für den Bildungscampus genutzt werden.

Und wie soll das alles finanziert werden? Die Verwaltungschefs sind sich einig, dass die Stadt Fördermittel für den „Stadtumbau West“ zur Entwicklung des gesamten Kasernenareals einsetzt. Wie die Kosten für die Freimachung, Erschließung und sonstige Gestaltung des Kasernengeländes aufgeteilt werden, wollen Landkreis und Stadt erst noch besprechen – und dann in einem gesonderten Vertrag regeln. Ziel sei dabei, zu einer „ausgeglichenen Lastenverteilung“ zu kommen.

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