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Stadt stellt Montag Ideen für Hamelns Militärgelände vor / Bahn-Haltestelle vorgesehen

Grün statt Grau: Pläne für „Linsingen“

Hameln. „Konversion“ klingt abstrakt, für manche abschreckend, für einige zumindest uninteressant. Was jedoch dahintersteckt, betrifft unmittelbar: Die Umwandlung der militärischen Flächen nach Abzug der Briten im Juni. Am Montagabend können die Hamelner (und andere) erfahren, wie sich die Stadtverwaltung die Nachnutzung verschiedener Areale bislang vorstellt – und ihre Anregungen einbringen. Von großem Interesse dürften die Ideen für das zentral gelegene Gelände sein, auf dem die Linsingen-Kaserne steht. Dafür wurde in der Verwaltung ein Rahmenplan entworfen, der am Montag zur Diskussion gestellt wird.

veröffentlicht am 28.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 14.02.2017 um 19:00 Uhr

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Autor:

von birte hansen
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Zum einen zeigt der Plan denkbare Querungen des Geländes, um beispielsweise mit dem Auto von der Basbergstraße zur Süntelstraße, Höhe Ilphulweg, zu gelangen und um mit dem Fahrrad oder zu Fuß quer über das Linsingen-Gelände von der Moller- zur Süntelstraße zu kommen.

Zum anderen schweben den Planern sechs große Bereiche vor, basierend auf den Interessenbekundungen möglicher Investoren. Nichts ist „festgezurrt“, alles kann noch anders kommen, die Pläne böten „viel Luft für Anregungen“, gibt Stadtbaurat Hermann Aden zu verstehen. Doch das Grundgerüst ist eines, wie es die Stadtplaner für diesen Bereich für sinnvoll halten.

Behörde: Dorthin könnte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ziehen, die ihren Sitz am Roseplatz hat.

Dienstleistungen/LK Schule: Dahinter verbergen sich unterschiedliche Anbieter und ein potenziell neuer Standort für die Elisabeth-Selbert-Schule, die bislang in drei Gebäuden (Münsterkirchhof, Langer Wall, Thibautstraße) untergebracht ist. Eine Entscheidung seitens des Landkreises als Schulträger für eine Zusammenführung steht jedoch noch aus. Für den Fall, dass es mit der ESS an dieser Stelle nichts wird, könnte laut Stadtbaurat Aden der Schwerpunkt stattdessen stärker auf die Dienstleistungen verlagert werden.

Bildungscampus: Die Technische Akademie Hameln hat Interesse bekundet, auf das Linsingen-Gelände umzusiedeln und könnte im Nordosten des Areals untergebracht werden.

Gesundheitscampus: Für einen so gearteten Bereich habe es „verschiedene Anfragen“ gegeben, sagt Hermann Aden. Ansiedeln könnten sich dort Ärzte, Physiotherapeuten, Fitnessstudios, so Aden weiter.

Quartier- und Sportpark: Sicher ist diesbezüglich eines: Was bisher riesige Asphaltfläche ist, soll grüner werden. Das gilt nicht nur für das Zentrum des Geländes, sondern auch für weitere Wege.

Park-&-Ride-Fläche mitBahnhaltestelle: Direkt neben der Parkfläche für Autos und Fahrräder entsteht, so der Plan, eine Haltestelle für die Bahn. Die Stadt rechnet aufgrund der Öffnung des Kasernen-Geländes nach Abzug der Briten mit einer Zunahme des Publikumsverkehrs und verweist außerdem auf die Nähe des Kreishauses, des Finanzamtes, des Jobcenters und der Bundesagentur für Arbeit. Ein entsprechender Antrag auf einen „Haltepunkt Süntelstraße“ will die Verwaltung bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) stellen.

Hinter den „Grünen Trittsteinen“ im Plan werden Bereiche verstanden, in denen zum Beispiel „ein paar Büsche und eine Bank“ die Wege grüner machen. „Auch die Briten suchen noch nach einem Platz, an dem sie an ihre Zeit in Hameln erinnern können“, sagt Aden und kann sich auch diese Gedenkstätte in einer dieser kleinen Zonen vorstellen.

Am Montag, 31. März, wird den Hamelnern und anderen Interessierten nicht nur der Rahmenplan für das Linsingen-Kasernen-Gelände vorgestellt. Daneben wird es drei weitere „Info-Inseln“ geben, an denen zu den Plänen für die beiden Depot-Standorte Bailey Park und Gundolph Park, den Themenbereich „Wohnen“ und zu den Wasserübungsplätzen Auskunft gegeben wird. Alle Bürger können Fragen stellen, auf Risiken und Chancen hinweisen oder Ideen einbringen. Ziel ist es, die Ergebnisse des Abends in ein Stadtentwicklungsforum einfließen zu lassen, das nach Ostern zusammenkommen wird. Darin werden sich „Experten aus den Bereichen Umwelt, Bauen, Kultur, Verkehr, Soziales, Bildung und Wohnungswirtschaft, aber auch ausgewählte Vertreter der Investoren und Interessenten die Ergebnisse austauschen“, heißt es seitens der Stadt.

Termin: Die Veranstaltung „Bürgerdialog“ findet am Montag ab 19.30 Uhr in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums statt.

In der Montagsausgabe der Dewezet lesen Sie ausführlich, was die Stadt hinsichtlich eines Haltepunktes an der Bahnstrecke nach Löhne plant – und wie die Chancen dafür stehen.

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