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Wie kann aus dem Linsingen-Gelände ein „Bildungs- und Gesundheitscampus“ werden?

Gesucht: Anbieter mit „Strahlkraft“

HAMELN. Auf den ersten Blick scheint es griffig zu sein: „Bildungs- und Gesundheitscampus“, das also, was die Stadtverwaltung zusammen mit dem Landkreis auf dem Linsingen-Gelände verwirklicht wissen möchte. Aber was genau passt alles unter diesen Oberbegriff?

veröffentlicht am 11.06.2017 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 12.06.2017 um 09:03 Uhr

Am ehemaligen Haupteingang soll weiterhin eine Zufahrt zu dem Teil des Geländes sein, das die Stadt Hameln kaufen will. Foto: wfx
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Streng genommen  könnte darunter auch ein Kindergarten fallen oder ein Fitnessstudio. Doch das hatte Stadtrat Hermann Aden in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung ausgeschlossen.

„Was ist denn eigentlich ein Bildungscampus?“, hatte dort Ratsherr Sven Kornfeld (Die Grünen) gefragt. Das Referat Wirtschaftsförderung sei dran, ein Konzept zu entwickeln, hatte Aden erklärt. Auf Nachfrage der Dewezet führt er etwas weiter aus, was die Verwaltung für das alte Kasernengelände in der Nordstadt ins Auge fasst. Zwar gibt es laut Aden „noch keine Liste, die wir abarbeiten“, im Sinne von akquirieren. In der Überlegung aber seien Anbieter beruflicher und außerberuflicher Weiterbildung.

„Die Unternehmen und Einrichtungen sollen jeweils mindestens eine regionale, möglichst eine überregionale Bedeutung und ,Strahlkraft‘ besitzen.“ Zum Vergleich nennt er die Technische Akademie Hameln, mit der die Stadt seit Langem über die Ansiedelung auf dem Linsingen-Areal im Gespräch ist. Als weitere Beispiele führt Aden Steuerfachschulen an – in der Branche gebe es einen großen Weiterbildungsbedarf – oder Institute aus der Forschung und Lehre, die beispielsweise in Hannover keinen Platz fänden. Ein weiterer potenzieller Kandidat ist nach Adens Schilderung mittel- oder langfristig auch die Volkshochschule, die bislang an der Sedanstraße untergebracht ist. 

Foto: wfx
  • Foto: wfx

Den Begriff „Gesundheit“ könnten Unternehmen mit Leben füllen, die mit dem „elithera“-Gesundheitszentrum auf dem Scharnhorstgelände vergleichbar seien, so Aden. Außerdem schweben den Zuständigen in der Verwaltung „Ärztehäuser, Versorgungszentren“ vor, ähnlich jenen, die bereits an der Wilhelmstraße, Lohstraße oder im ehemaligen Monopol an der Deisterstraße entstanden sind. 

Vor allem ein jüngeres Publikum  könnte ein solcher Campus mit dem Thema „Bildung“ locken, so der Wunsch; mit dieser Schwerpunktsetzung versuche man „Hameln attraktiver zu machen“, sagt Aden. Dazu passen die Pläne des Landkreises als künftiger Miteigentümer des Geländes. In einigen Jahren soll die Elisabeth-Selbert-Schule dort mit ihren Standorten zusammengeführt werden, außerdem könnte die Handelslehranstalt einziehen. Auch die Anstrengungen hinsichtlich eines „Gesundheitscampus’“ entsprechen dem Vorhaben des Landkreises – das reflektiere ein Stück weit die Zielsetzung einer Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont, sagt Aden. Bereits vor drei Jahren war auch im Rahmen des Bürgerdialogs aus der Bevölkerung das Signal gekommen, dass ein Gesundheitscampus für die Nordstadt „ein Muss“ sei.

In der nächsten Sitzung am Mittwoch, 21. Juni, entscheidet der Rat der Stadt Hameln darüber, ob die Verwaltung die vorgeschlagene „Profilausbildung Bildungs- und Gesundheitscampus“ weiter verfolgen soll.

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