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„Freiraum“ reagiert auf Schreiben des OB

Ein offener Brief – diesmal an Griese

Hameln. Noch ein offener Brief: Mit einem solchen hatte sich Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) am Dienstag an Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil gewandt und die Freigabe der Linsingen-Kaserne für den geplanten Bildungscampus gefordert. Der in der Walkemühle beheimatete Verein „Freiraum“ antwortete auf das Schreiben mit einem eigenen „offenen Brief“ – diesmal an Griese.

veröffentlicht am 09.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.05.2016 um 16:26 Uhr

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Das Schreiben, das gestern unter anderem der im Freiraum aktive Hamelner Grünen-Vorsitzende Sven Kornfeld im Internet verbreitete, nimmt Formulierungen Grieses persiflierend auf und fordert im Kern: Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge soll in der Kaserne bleiben. „Es besteht eine politische und gesellschaftliche sowie moralische Notwendigkeit in unserer Stadt dahingehend, dass das ehemalige Kasernengelände als Erstaufnahmeeinrichtung bestehen bleibt“, schreibt nun der Freiraum. Bei Griese heißt es hingegen: „Es besteht ein politischer und gesellschaftlicher Konsens in unserer Stadt dahingehend, dass das ehemalige Kasernengelände als Bildungscampus genutzt werden soll.“

Für den Bildungscampus, fordert der Freiraum-Brief, sollten angesichts der Flüchtlingssituation andere Flächen freigegeben werden – so Gundolph Park und Ravelins Camp am Reimerdeskamp.

Kritisch werden auch die städtischen Pläne zum sozialen Wohnungsbau bewertet. Die Stadt würde „im Hinblick auf die Zurverfügungstellung von sozialem Wohnraum, insbesondere auch für Schutzsuchende“ nicht alle der ehemals britischen Wohnungen und Häuser nutzen. „Unzählige Wohnungen stehen bezugsbereit leer!“, heißt es. Stattdessen solle sozialer Wohnungsbau betrieben werden, der zwar „grundsätzlich notwendig und zu befürworten“ sei, nun aber auf Bauflächen geplant wäre, die sonst nicht „ohne Gegenstimmen realisierbar wären und langfristig eher den Finanzinteressen der Immobilienbranche dienen könnten“.

Der Brief ist lediglich mit „Freiraum Hameln“ unterzeichnet. Weitere „Gruppen/Vereine/Zentren“, die als Unterstützer gelistet werden wollten, werden aufgerufen, sich zu melden. Einzelpersonen können den Brief anonym mit einem Herz markieren. Bis gestern Abend war das 58-mal geschehen.fh

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