weather-image
Wunsch: Selbert-Schule und Technische Akademie am Reimerdeskamp / Kaserne bleibt für Flüchtlinge

Bildungscampus soll in die Nordstadt

Hameln. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Pläne vom großen Bildungscampus auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne haben sich endgültig zerschlagen – das Areal bleibt den Flüchtlingen vorbehalten. Der bisher dort geplante Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule soll nun im Gundolph- oder Bailey-Park realisiert werden. Darauf haben sich Landrat Tjark Bartels (SPD) und Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) geeinigt. Bei der Verkündung der Neuigkeiten demonstrierten die Politiker Einigkeit, beide gehen davon aus, dass die Politik dem Vorschlag folgt.

veröffentlicht am 18.11.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

270_008_7796874_hm_Linsingen_Kaserne_Gundolph_Park.jpg
Dorothee Balzereit

Autor

Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Technischen Akademie (TA), die in der Bahnhofstraße aus allen Nähten platzt und gerne auf dem Linsingen-Gelände expandieren möchte, wurde ebenfalls der Vorschlag unterbreitet, auf dem Gelände am Reimerdeskamp zu bauen. Schließt die TA die Ausweitung in die Nordstadt aus, soll geprüft werden, ob ein Neubau an jener Stelle des Kasernenareals infrage kommt, an der ursprünglich die Elisabeth-Selbert-Schule geplant war. Unterstützung von der Stadt wurde der TA für beide Varianten zugesichert.

Der Grund für die Entscheidung liegt auf der Hand: Die Kaserne funktioniert als Erstaufnahmelager gut und es ist nicht absehbar, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln. Der mittelfristige Bedarf als Unterkunft liege bei drei, fünf oder auch acht Jahren, schätzte Tjark Bartels. „Alles andere wäre deshalb schwer vermittelbar gewesen.“ Und alles, was man in kurzer Zeit als Flüchtlingsunterkunft am Reimerdeskamp hochgezogen hätte, wäre wirtschaftlich nicht vertretbar und wäre im Nachhinein kaum verwendbar gewesen, hieß es weiter. Im Klartext: ein Desaster für die Stadtteilentwicklung.

Einen nagelneuen Bildungscampus am Reimerdeskamp beurteilen dagegen sowohl der Oberbürgermeister als auch der Landrat als „erhebliche Aufwertung“ für die Nordstadt. Die Kosten wären die gleichen und der Baubeginn würde sich wahrscheinlich nur um ein halbes Jahr nach hinten verschieben, sagte Bartels. Anvisiert ist die zweite Jahreshälfte 2017. Eine verkraftbare Aussicht für die Schule, der die Zeit davonläuft: Aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs soll möglichst kein Geld mehr investiert werden.

270_008_7796791_hm102_Gundolph_Park_wfx_1601.jpg
  • Wenn es nach Stadt und Landkreis geht, soll auf dem Gelände von Gundolph- oder Bailey-Park ein gemeinsamer Bildungscampus entstehen. wfx

Lediglich darum, dass die Gelder aus dem Landes-Förderprogramm „Stadtumbau West“ „transferiert“ werden, müsste man sich kümmern. Auch die Pläne, die man für Gundolph- und Bailey-Park hatte – seniorengerechtes Wohnen und Angebote für Jugendliche wie eine Paintball-Area – müssten angepasst werden.

Aber wer weiß? Vielleicht haben die Senioren irgendwann eine Chance auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne? Dass sich das Areal, ähnlich wie das Scharnhorstgelände, irgendwann zum Wohngebiet entwickelt, ist nun jedenfalls nicht mehr ausgeschlossen, wie Stadtbaurat Hermann Aden bestätigte.

Ein bisschen Wehmut schwingt dennoch mit bei Claudio Griese. Er macht keinen Hehl daraus, dass er den Bildungscampus lieber auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne gehabt hätte. Doch letztlich sei in dem Moment, als der erste Flüchtling seinen Fuß auf das Kasernengelände setzte, klar gewesen, dass die Liegenschaft der Briten auf absehbare Zeit ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge bleibt, brachte es Hermann Aden auf den Punkt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare