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Opposition will Investorensuche nicht länger auf Gastronomie beschränkt sehen

Zu starre Vorgabe fürs Hochzeitshaus?

Hameln. Sieben Jahre lang wurde im 17. Jahrhundert an dem Hamelner Hochzeitshaus gebaut. Ebenso viele Jahre steht der große städtische Prachtbau seit der Pleite der Renaissance-Erlebniswelt ohne zukunftsträchtige Nutzung da. Den zuständigen Mitarbeitern im Rathaus ist es in der langen Zeit nicht gelungen, einen Investor aus der Gastronomie dafür zu begeistern, im Erdgeschoss an der zentralsten Lage der Altstadt einen neuen Anziehungspunkt für die Hamelner und ihre Gäste zu schaffen. Ratsherr Hans Wilhelm Güsgen (FDP) möchte nun, dass nach Jahren fruchtloser Bemühungen endlich Bewegung in die Sache kommt. Die Verwaltung solle von der Fessel befreit werden, sich nur nach einem Restaurant- oder Kneipenbetreiber umsehen zu dürfen. Der entsprechende Antrag seiner Fraktion wird zwar von der SPD und den Linken unterstützt, die schwarz-grüne Mehrheitsgruppe wird ihn aber in der Ratssitzung am übernächsten Mittwoch erneut ablehnen – so wie bereits im Finanz- und im Verwaltungsausschuss.

veröffentlicht am 28.11.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Marc Fisser

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„Wir wollen dort eine gehobene Gastronomie haben“, erklärt CDU-Fraktionschef Thomas Meyer-Hermann, „um auch am Abend die Innenstadt zu beleben.“ Würde das Gebäude für Zwecke der Stadtverwaltung genutzt, müsste die Stadt „Umbaukosten in Millionenhöhe“ tragen – „Geld, das sie nicht hat“, wie der Christdemokrat betont. Zudem wäre danach jede andere Nutzung erschwert. Güsgen plädiert seit längerem für ein Bürgeramt im Erdgeschoss und einen Bürger- und Ratssaal in der oberen Etage. „Das wäre bürgernah und schüfe Platz im Rathaus“, erklärt er. Er schaut dabei auch auf die anstehende Sanierung des Verwaltungsgebäudes. In der Bauphase müssten voraussichtlich Containerräume genutzt werden; da könnte das Hochzeitshaus doch eine gute Alternative sein, meint Güsgen. Die Möglichkeit, ein Restaurant im Hochzeitshaus einzurichten, bliebe laut Güsgen auch ohne den bisherigen Ratsbeschluss bestehen. Ihm gehe es nur um mehr Flexibilität bei der Suche. Meyer-Hermann betrachtet es von der anderen Seite: Wenn Güsgen oder ein Interessent für das Hochzeitshaus einen überzeugenden Vorschlag präsentiere, ließe sich die Vorgabe des Rates immer noch aufheben.

Ob mit oder ohne Vorgabe: In der Stadtverwaltung hat sich in diesem Jahr in Sachen Hochzeitshaus gar nichts bewegt. Es gebe derzeit wichtigere Baustellen, heißt es, etwa die Schulbauten oder die Nachnutzung der ehemaligen Militärflächen. Aber immerhin: Das 2017 anstehende 400-jährige Bestehen des Hochzeitshauses „hat die Stadt auf dem Schirm.“

Das leergeräumte Hochzeitshaus: Seit dieser Aufnahme, die vier Jahre alt ist, hat sich kaum etwas getan in dem knapp 400 Jahre alten städtischen Prachtgebäude. Der erneut nötige Umbau wäre teuer, noch hat kein Investor zugeschlagen.

Dana/Archiv

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