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Bürgerverein Hochzeitshaus sucht Schulterschluss mit Rat und Verwaltung

„Wir machen nichts gegen die Stadt“

Hameln. Wer auf Jahrhunderte zurückblickt, lässt sich nicht hetzen: „Einige Jahre Arbeit“ lägen vor dem Bürgerverein Hochzeitshaus, dämpfte dessen Vorsitzender, Helmut Griep, mögliche Hoffnungen auf schnelle Erfolge. Zum 400. Geburtstag des Gebäudes im Jahr 2017 würde es wohl nichts mehr mit dem Bürgersaal, den Griep und seine Mitstreiter gerne im ersten und zweiten Stock des Weserrenaissance-Gebäudes errichtet sehen möchten.

veröffentlicht am 07.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:36 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Für gestern Abend hatte der Verein zu einer ersten Informationsveranstaltung ins Hotel Stadt Hameln eingeladen, um seine Ideen zu präsentieren. Gut 60 Zuhörer waren gekommen. Darunter viele Vertreter aus der Politik, die Oberbürgermeisterin, der Erste Kreisrat und der Baudezernent.

Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann lobte den neuen Verein dafür, dass er „das Heft des Handelns in die Hand genommen“ habe, und wünschte Erfolg beim Beschaffen der finanziellen Mittel – „auch aus Eigeninteresse“. Sie hoffte, „dass aus dem Bürgerverein eine Bürgerbewegung wird“.

Zugleich meldete Lippmann jedoch bereits Zweifel an, „ob ein Bürgersaal allein tragfähig ist oder ob wir Gastronomie brauchen“. Für Griep und seine Vereinskollegen ist das bisher ein rotes Tuch. „Es gibt in unmittelbarer Nähe des Hochzeitshauses acht Möglichkeiten, Kaffee zu trinken – die Nebenstraßen nicht mitgezählt“, konterte der Vorsitzende. Letztlich waren sich jedoch beide Seiten einig, diese Frage vorerst ruhen zu lassen. „Wir machen nichts gegen die Stadt“, sagte Griep später, man sehe sich „im Schulterschluss“.

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Griep hob den historischen und architektionischen Wert des Hochzeitshauses hervor. Ein Festgebäude aus dieser Zeit sei eine echte Rarität, machte er deutlich und bekam bei der historischen Einordnung renommierte Unterstützung von Dr. Vera Lüpkes, Direktorin des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake.

Was sich der Verein erhofft, sind wissenschaftliche Hinweise darauf, wie der Festsaal des Hochzeitshauses im 17. Jahrhundert ausgesehen haben mag. Entsprechend soll dieser eines Tages wiedererrichtet werden. Dafür erntete der Vereinsvorstand Zuspruch – und eine entschiedene Gegenstimme: Annemarie Hodges, Erste Vorsitzende der Künstlerguppe Arche, lehnte einen „barockisierenden“ Nachbau als nicht zeitgemäß ab: „Warum hinterlassen wir nicht etwas, auf das unsere Generation stolz sein kann?“

Doch historisierend oder nicht: Das „Haus im Haus“, welches für die Erlebniswelt Renaissance in den Mauern errichtet wurde, macht jede Nachnutzung schwierig. Der Bürgerverein geht für sein Projekt von vier bis fünf Millionen Euro Rück- und Umbaukosten aus.

Doch über Geld wurde an diesem Abend noch kaum gesprochen: Jetzt gehe es erst einmal darum, „eine möglichst breite Unterstützung für den Bürgerverein“ zu erreichen, sagte der Vorsitzende Griep. „Das Spendeneinwerben – das kommt dann schon.“

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