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Ausstellungen im Hochzeitshaus gehen ins Geld – nun soll ein neues Konzept her

Schluss mit lustig

Hameln. Es sollte eine „Zwischenlösung“ sein, nun ist ihre Zeit offenbar abgelaufen: Wenn im Oktober die aktuelle Ausstellung mit Werken des Cartoonisten Uli Stein wie geplant schließt, dürfte die Zeit des Hochzeitshauses als Ausstellungsraum enden. Der Grund ist – was auch sonst? – das Geld.

veröffentlicht am 22.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 22.07.2015 um 09:47 Uhr

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In der bisherigen Form ließe sich bei den Ausstellungen – sei es zu John Lennon, Leonardo da Vinci oder Marilyn Monroe – kein Plus erwirtschaften, sagt Oliver Meinecke, bei der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) zuständig für das Hallenmanagement. Die Ausstellungen werden bei Agenturen oder Sammlern eingekauft. Hohe Besucherzahlen und zahlungswillige Sponsoren könnten die jeweilige Schau in die schwarzen Zahlen hieven, doch meist mangelte es mindestens an einem von beidem. Die Fotos aus Marilyn Monroes „Last Sitting“ etwa lockten von März bis Juni dieses Jahres laut HMT gerade mal 2000 Besucher – im Durchschnitt sind das knapp 25 pro Tag. Einen Sponsor hatte die Ausstellung nicht. Ein „Spartenthema“ für Foto- und Hollywood-Fans, gibt Meinecke zu bedenken. Auch John Lennons Kunst lockte offenbar eher die (Pop-) Spezialisten als die breite Masse. Ein Plus verschaffte der HMT allein die Hundertwasser-Ausstellung: Sie lockte im Jahr 2013 insgesamt 29 000 Besucher. Auf 15 000 bis 20 000 Euro jährlich beziffert HMT-Geschäftsführer Harald Wanger ansonsten das Minus durch die Schauen im Hochzeitshaus. Zum finanziellen Aufwand kommt der personelle. Schließlich wollen Eintrittsgelder kassiert, Besuchergruppen geführt werden.

Über die künftige Nutzung des Hauses schweigt man sich bei der HMT wie im Rathaus aus. Er wolle den „Gesprächen nicht vorgreifen“, sagt Wanger. Doch eins stehe fest: „Die künftige Nutzung muss für die HMT kostendeckend sein.“ Damit sind die eingekauften Ausstellungen aus dem Rennen.

Griese hofft auf weitere „interessante Projekte“

„Aus unserer Sicht sind die Ausstellungen der vergangenen Jahre im Hochzeitshaus ein Erfolg gewesen“, stimmt auch Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) bereits einen Abgesang an. Er sei „sehr zuversichtlich, dass es uns auch in Zukunft gelingen wird, interessante Projekte im Hochzeitshaus verwirklichen zu können“ und verweist ebenfalls auf die Gespräche der Stadt mit ihrer Tochter HMT.

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  • Uli Stein dürfte vorerst der letzte prominente Name sein, der Besucher ins Hochzeitshaus locken soll. Wal

Fantasie dürfte gefragt sein, denn die weitere Nutzung des Hochzeitshauses, das für die gescheiterte Erlebniswelt Renaissance entkernt wurde, gilt als schwierig. Das Haus einfach zu schließen, sei eine Option räumt Wanger ein – eine gewünschte ist es nicht.

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