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Zu teuer: „Zwischennutzung“ für Ausstellungen beendet

Nun bleibt das Hochzeitshaus leer

Seit sieben Jahren steht das Hochzeitshaus größtenteils leer. Ausstellungen im Erdgeschoss brachten immerhin etwas Leben in die Mauern. Nun ist auch diese Zwischennutzung beendet.

veröffentlicht am 22.12.2015 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Hameln. Den großen Wurf hat es nie gegeben – und der kleine Wurf ist nun Geschichte: Seit sieben Jahren steht das Hochzeitshaus größtenteils leer. Ausstellungen im Erdgeschoss – von Leonardo da Vinci bis John Lennon – brachten seit 2012 immerhin etwas Leben in die historischen Mauern. Nun, da die Mäuse der Uli-Stein-Ausstellung ausgezogen sind, ist auch diese „Zwischennutzung“ beendet. Die Perspektive für das Haus ist trist. Dabei rückt ein großes Jubiläum immer näher: Im Jahr 2017 wird der Weserrenaissance-Bau 400 Jahre alt.

„Die HMT plant für 2016 keine Ausstellung“, teilt Harald Wanger, Chef der Hameln Marketing und Tourismus GmbH, mit. Das HMT-Hallenmanagement kümmert sich um das seit der Pleite der Erlebniswelt Renaissance verwaiste Hochzeithaus. Alternativen zu den Ausstellungen seien zwar geprüft worden, doch das Haus habe nun mal Einschränkungen. „Nur eine Etage ist vermietbar – und die auch nur bis maximal 100 Personen.“ Hinzu kämen fehlende Fluchtwege und die mangelnde Barrierefreiheit. „Vor diesem Hintergrund haben wir die angedachten Alternativen aus wirtschaftlichen Gründen verworfen“, sagt Wanger. Welche Alternativen das nun genau waren, möchte der HMT-Geschäftsführer nicht verraten. Im Jahr 2012 hieß es noch blumig: „In Kurzzeitvermietungen soll innovativen Ansätzen, wie außergewöhnlichen Ausstellungen, kulturellen Angeboten oder besonderer Gastronomie die Chance zur Markterprobung gegeben werden.“ Doch es blieb bei den wechselnden, zumeist eingekauften Ausstellungen: Hundertwasser zog die meisten Besucher (29 000), Marilyn Monroe – in deutlich kürzerer Zeit – die wenigsten (2000).

„In 2015 hatten wir rund 10 000 zahlende Besucher; davon entfallen 6000 auf die Uli-Stein-Ausstellung“, bilanziert Wanger. „Das Merchandising lief recht gut.“ Dennoch: Die Kosten deckte das nicht. Für ein Minus von 15 000 bis 20 000 Euro im Jahr hätten die Ausstellungen gesorgt. Und ein Zuschussgeschäft im Hochzeitshaus – das soll es nicht mehr geben. Zudem habe die HMT die meisten Ausstellungen als Veranstalter ohne zusätzliches Personal „nebenher“ bestritten, „was dauerhaft nicht leistbar ist“, betont Wanger.

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  • Die oberen Etagen des Hochzeitshauses stehen seit sieben Jahren leer, nun wird auch das Erdgeschoss nicht mehr für Ausstellungen genutzt – die Tür bleibt zu. Dana

Das leerstehende Schmuckstück findet sich nun auch im Rathaus nicht weit oben auf der Agenda. Andere Projekte – etwa das Schulzentrum Nord – seien derzeit nun wichtiger, heißt es.

Die FDP machte das Haus kürzlich immerhin mal wieder zum politischen Thema. Soll tatsächlich Gastronomie ins Erdgeschoss? So lautete erneut die Frage. Nicht zwingend, findet die FDP – doch die schwarz-grüne Ratsmehrheit bleibt dabei. Für das Projekt, im ersten und zweiten Stock einen öffentlichen Saal einzurichten, legt derzeit allein der Bürgerverein Hochzeitshaus Leidenschaft an den Tag. Nächstes Etappenziel des rund 50 Mitglieder starken Vereins ist, einen Architekten eine Visualisierung des Renaissance-Saals entwerfen zu lassen – finanziert aus Spenden. Ein Architekt sei gefunden, sagt der Vorsitzende Helmut Griep. Über das weitere Vorgehen will der Verein nun zunächst mit Stadtbaurat Herman Aden sprechen.

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