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Politik will Architektenwettbewerb ausloben / Anbau an Hamelns bekanntester Fassade zum Tabu erklärt

Neuer Versuch: Gastronomie soll Hochzeitshaus beleben

Hameln. „Das Hochzeitshaus ist ein Kleinod, das für viele eine besondere Bedeutung hat und mit großen Emotionen verbunden ist.“ Claudio Griese (CDU) weiß um die Sensibilität der Hamelner, wenn es um die Zukunft des historischen Gebäudes im Herzen der Innenstadt geht. Nichtsdestotrotz wollen Christdemokraten, Grüne und Unabhängiger den Versuch starten, doch noch einen Gastronomen für die Nutzung des Erdgeschosses und eventuell der ersten Etage zu finden.

veröffentlicht am 10.07.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:58 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Allerdings: „Bauliche Veränderungen wird es mit uns nicht geben“, betont der Gruppensprecher. Auch ein gläserner Vorbau wie im viel diskutierten Konzept der Celona Gastro GmbH sei tabu, zumindest an den Stirn- und den Frontseiten. Allenfalls im hinteren Bereich des Lütjen Marktes könne man über eine modifizierte Variante nachdenken, sagt Ursula Wehrmann. „Dieser Bereich ist für die Öffentlichkeit wenig zugänglich, da können wir etwas großzügiger sein“, begründet die Grünen-Fraktionschefin.

Deshalb ist geplant, nach der politischen Sommerpause einen Architektenwettbewerb auszuloben, dessen Ergebnisse dann im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt werden sollen. Das jedenfalls sieht ein Antrag der Mehrheitsgruppe vor, der nun in den Fachausschüssen und im Rat diskutiert werden soll. „Ohne Gastronomie sind die Folgekosten für uns immens“, sagt Wehrmann und beziffert den jährlichen Grundaufwand mit 18 000 Euro. „Da ist aber kein Stückchen Gebäudeunterhaltung drin“, schiebt die Bürgermeisterin hinterher und betont, mit der Integration eines gastronomischen Betriebes die Pläne des Bürgervereins nach einem Bürgersaal nicht torpedieren zu wollen. „Es wäre schön, gemeinsam etwas zu schaffen, und die gegenseitigen Interessenlagen schließen sich nicht aus“, glaubt Wehrmann.

„Eine Wiederbelebung des Hochzeitshauses kann nur durch eine gastronomische Nutzung erfolgen. Sie beinhaltet ein umfassendes Investitionsvolumen aufgrund des derzeitigen Haus-in-Haus-Systems“, ist auch Griese überzeugt. Deshalb sollten die Architekten mit Gastronomen kooperieren. Zwar sieht der Christdemokrat potenzielle Investoren nicht gerade Schlange stehen, er weiß jedoch zu berichten, dass es zwischenzeitlich Brauereien gebe, die ähnliche Konzepte verfolgten wie im vergangenen Jahr die Celona Gastro GmbH, die im Hochzeitshaus eine „Bar Celona“ eröffnen wollte. Nach Veröffentlichung der Pläne für einen Vorbau brach ein Proteststurm der Hamelner los. Laut Griese habe die Gastro-Kette ihr Interesse zwar auf Eis gelegt, „aber vielleicht kommt ja noch mal Bewegung rein“. Ein Anbau, um das Augenmerk der Passanten auf den gastronomischen Betrieb zu lenken, bleibe jedoch ein Tabu, betont Griese: „Die vorgelegten Entwürfe sind nicht überzeugend.“

Nichts einzuwenden sei jedoch gegen das Aufstellen von Tischen und Stühlen vor dem historischen Gebäude. „Wir brauchen für unsere Innenstadt auch eine Belebung am Abend“, meint Wehrmann. Cafés und Eisdielen dagegen gebe es im Zentrum bereits genug.

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