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Rechnungen stiegen bereits von 2015 auf 2016 um das Zehnfache

Kostenexplosion am Hochzeitshaus

HAMELN. So ganz überraschend kann die Größe des jüngst festgestellten Schadens am Dach des Hochzeitshauses für die Stadtverwaltung dann doch nicht gewesen sein. Bereits im Vorjahr waren die Kosten für die Instandhaltung des Daches förmlich explodiert. Von 2015 auf 2016 hatten sich die Reparaturkosten um das Zehnfache gesteigert, wie die Dewezet am Donnerstag auf Anfrage bei der Verwaltung erfuhr.

veröffentlicht am 18.05.2017 um 19:29 Uhr
aktualisiert am 26.05.2017 um 13:08 Uhr

Bislang wurden am Dach des Hochzeitshauses nur punktuelle Reparaturen vorgenommen. Jetzt steht eine Sanierung ins Haus. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Bewegten sich die Kosten für die drei bis vier Mal im Jahr durchgeführten Überprüfungen und Instandhaltungen des Daches in der Zeit von 2011 bis 2015 noch im niedrigen bis mittelgroßen vierstelligen Bereich (Tendenz sinkend), stiegen sie bereits im Jahr 2016 plötzlich auf 18.300 Euro an. Im Vorjahr hatten sich die Kosten noch auf 1800 Euro belaufen. Insofern, räumt Stadtsprecher Thomas Wahmes im Gespräch mit der Dewezet ein, habe es „schon Anzeichen“ für eine Zunahme an Schäden gegeben.

Trotzdem sei das Ausmaß der nun festgestellten Schäden bei der letzten Überprüfung in der zweiten Hälfte des Vorjahres noch nicht absehbar gewesen. Folglich seien nur „punktuelle Reparaturarbeiten“ erfolgt. Wie die Schadensgröße innerhalb weniger Monate derartig zunehmen konnte, weshalb dies nicht schon im Vorjahr absehbar war und wieso dieselbe Firma, die das Dach zuletzt überprüft und repariert hatte, jetzt zu einer ganz anderen Einschätzung kommt, darauf hat die Verwaltung derzeit keine klare Antwort.

Da es sich bei den Dachplatten um „Naturmaterial“ handele (Sillong-Sandstein), so Wahmes, könnten über ihre Haltbarkeit kaum Vorhersagen getroffen werden. Schließlich, führt Wahmes aus, werde der Zustand der Sandsteinplatten stark von der Witterung beeinflusst. Wie berichtet, wird ihre Festigkeit durch das Eindringen von Feuchtigkeit, durch die Ausdehnung des gefrierenden Wassers reduziert. Ein Winter könne also schon zu erheblichen Schäden führen, sagt Wahmes.

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Möglicherweise liegen die Ursachen für den Schaden weiter zurück. Oberbürgermeister Claudio Griese mutmaßt, ob nicht schon beim Umbau des Hochzeitshauses zur Erlebniswelt Renaissance (EWR) Fehler gemacht worden seien, die nun ihren Tribut fordern. Am Dach wurden damals allerdings keine Baueingriffe vorgenommen. Trotzdem, so Wahmes, sei nicht auszuschließen, dass das Dach durch „Fehler bei der Dämmung oder Lüftung“ in Erd- und Obergeschoss Schaden genommen habe. Zwar war die Stadt damals wie heute Eigentümerin des Objekts, die „Federführung“ bei dem Umbau habe aber bei den Pächtern der EWR gelegen, so Wahmes.

Im Zuge der turnusmäßigen Untersuchung des Daches sind beträchtliche Schäden festgestellt worden. Das volle Ausmaß wird noch erfasst. Sicherungsmaßnahmen und Sanierungen sind laut Stadt dringend erforderlich. Über die zu erwartenden Kosten könne noch keine Aussage getroffen werden. Nur so viel: Es werde teuer.

Weitaus teurer als die bereits erfolgten zwingend notwendigen Reparaturen. Sie belaufen sich derzeit auf 24.000 Euro.

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