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Vorsitzender sieht in Architektenentwurf eine „Dauerlösung“

Hochzeitshaus: Wie aus der Idee des Bürgervereins etwas Konkretes wurde

HAMELN. Helmut Griep ist zufrieden. Seine bereits 2011 ins Gespräch gebrachte Idee für einen Bürgersaal im Hochzeitshaus ist auf einem guten Weg. Das am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellte Konzept für das Hochzeitshaus mit Gastronomie, Bürgersaal und Teilen der Stadtverwaltung entspricht, wie berichtet, den jüngsten Vorstellungen der Politik. Vor dem Hintergrund der schwierigen Mehrheitsverhältnisse im Rat der Stadt hält Helmut Griep, der Vorsitzende des „Bürgervereins Hochzeitshaus“, den unlängst gefassten Ratsbeschluss für dieses Konzept für eine „beachtliche Leistung“, wie er im Gespräch mit der Dewezet sagt.

veröffentlicht am 25.05.2017 um 13:25 Uhr
aktualisiert am 26.05.2017 um 13:07 Uhr

Der Bürgersaal in dem Entwurf des Hamelner Architekten Peter Nasarek. Grafik: Architekturbüro Nasarek/pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Damit aus der Idee für einen Bürgersaal etwas Konkretes wird, brauchte es Geld. Im Namen des Bürgervereins war Griep deshalb seit Gründung des Vereins im Jahr 2013 „Klinken putzen“. Zunächst ließ der Bürgerverein prüfen, ob es noch irgendwelche Aufzeichnungen darüber gibt, wie der frühere Festsaal des Hochzeitshauses ausgehen hat. Dafür beauftragte er die Universität Paderborn. Dort kam man zu dem Ergebnis, dass – bis auf eine Anmerkung über die Fenster – keinerlei Aufzeichnungen existieren. Die Untersuchung hatte ihren Preis: 10 000 Euro. Eingeworben wurde das Geld von Griep.

Mit der nun präsentierten Machbarkeitsstudie des Hamelner Architekten Peter Nasarek stand für den Bürgerverein der nächste finanzielle Brocken ins Haus. Aus den 10 000 Euro, die vor gut zwei Jahren dafür angedacht waren, wurden am Ende 15 000 Euro. Trotzdem ist es dem gut 50 Mitglieder zählenden Bürgerverein gelungen, das nötige Geld einzuwerben.

Erweitert wurde Nasareks Machbarkeitsstudie kurzfristig nach der politischen Entscheidung, im Hochzeitshaus nicht nur einen Bürgersaal unterzubringen, sondern auch eine Gastronomie sowie Teile der Stadtverwaltung. Die Kosten für die Erweiterung der Studie seien entsprechend von der Verwaltung zu tragen gewesen, so Griep.

Helmut Griep
  • Helmut Griep

Die Idee für eine Gastronomie war im Bürgerverein in der Vergangenheit auf Widerspruch gestoßen. Diese Bedenken sind jetzt offenbar ausgeräumt. Die Zweifel hätten sich auf die Glasfassade bezogen, die der damals interessierte Gastronom vorgesehen hatte, sagt Griep. Eine Glasfassade ist in Nasareks Entwurf nicht vorgesehen.

Für Helmut Griep von besonderer Bedeutung ist die in Nasareks Machbarkeitsstudie aufgezeigte Öffnung der momentan verbauten Fenster des Hochzeitshauses hin zu Lüttgen Markt und Marktkirche. Dies sei statisch – anders als bislang angenommen – „unbedenklich“.

Dem Bürgerverein sei klargewesen, dass er „mit einem geschnitzten Renaissancesaal“ in der Öffentlichkeit wenig Rückhalt gefunden hätte. Zumal sich der ursprüngliche Saal ohnehin nicht rekonstruieren ließe. Die Verbindung von Altem und Neuem, wie von Nasarek dargestellt, sei jedoch „durchsetzungsfähig“.

Der Besucher blicke auf den Spätrenaissance-Bau, den das Hochzeitshaus darstelle, „mit einer gewissen Erwartungshaltung, meint Griep. In Nasareks Entwurf sieht er diese Erwartung erfüllt. „Wer dann das Hochzeitshaus betritt, hat einen Aha-Effekt“, sagt er.

Für Helmut Griep ist das Hochzeitshaus das Haus der Stadt schlechthin, so wie es andere Städte – wie etwa Rinteln mit dem „Stadtkater“ – längst hätten. Dass es nun wieder dem Bürger zur Verfügung gestellt werden soll, hält er für „eine bedeutsame Angelegenheit für die Stadt Hameln“. Das jetzt in den Startlöchern stehende Konzept sei wegweisend „für Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte“, sagte Griep. „Es ist eine Dauerlösung.“

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