weather-image
11°
„Bürgerverein Hochzeitshaus Hameln“ gegründet / Auftaktveranstaltung am 6. Juni

Es geht um die Würde des Hauses

Hameln. Es geht nicht um die schnelle Lösung. Nicht um Veränderung, nur damit sich etwas verändert. Nicht um den letzten Schrei, der schon morgen keiner mehr ist. „Wir wollen etwas schaffen, das Bestand hat“, sagt Helmut Griep. Etwas, das im Urteil späterer Generationen noch für gut befunden wird.

veröffentlicht am 27.03.2013 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 28.03.2013 um 10:42 Uhr

270_008_6294464_hm_Griep_2703.jpg

Autor:

Frank Werner
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Deshalb hat Griep mit zehn Mitstreitern den „Bürgerverein Hochzeitshaus Hameln“ aus der Taufe gehoben. Mit dem einzigen Ziel, das Herzstück der Altstadt aus der Sackgasse des Leerstandes zu führen und eine Nutzung zu finden, die „Rang und Würde des Hauses entspricht“. Langfristig.

Juristisch ist der erste Schritt getan: Der Bürgerverein wurde am 27. Februar offiziell gegründet und hat am 19. März seine erste Vorstandssitzung absolviert. Helmut Griep führt den Verein als Vorsitzender an, unterstützt von Stellvertreter Klaus-Dieter Thöm, Schriftführer Dr. Friedrich Lücke, Schatzmeister Holger Stöcker, Beisitzer Hans-Martin Lohmann und dem Vertreter des Museumsvereins Günter Raß. Insgesamt zählt der Bürgerverein elf Gründungsmitglieder.

Nomen est omen: Nach dem Scheitern der Erlebniswelt Renaissance will der Verein das Hochzeitshaus den Bürgern der Stadt zurückgeben. Laut Satzung geht es um den „Erhalt“ und die „Wiederbelebung“ des Gebäudes im Sinne des Denkmalschutzes. Dafür sollen finanzielle Mittel beschafft werden, die im Stil einer Stiftung zweckgebunden verbucht und verwendet werden.

Das große Ziel: Das Hochzeitshaus soll zu seinen historischen Wurzeln zurückkehren. Von 1610 bis 1617 wurde es als Fest- und Feierhaus errichtet, bis 1721 verfügte es über einen Festsaal. Genau diesen möchte man wieder etablieren – als repräsentativen Ort für kulturelle Veranstaltungen, Empfänge und Ratssitzungen oder auch als Aula für die Hochschule Weserbergland. Idealerweise soll der „Bürgersaal“ samt Empore im ersten und zweiten Obergeschoss entstehen. Das Erdgeschoss bliebe in dieser Variante für touristische Zwecke und Sonderausstellungen nutzbar. Geschätzte Kosten für Rückbau und Umbau: vier bis fünf Millionen Euro.

„Wir starten bei Null“, blickt Griep in die noch leere Vereinskasse. Das Projekt sei aber zu stemmen, wenn jeder sein Scherflein beitrage. Nicht nur die öffentliche Hand, auch Stiftungen und private Spender spielen in den Zukunftsplänen eine tragende Rolle. Angestrebt wird zudem eine enge Zusammenarbeit mit Stadt und Museumsverein.

Schritt für Schritt soll aus dem Bürgerverein eine „Bürgerbewegung“ erwachsen, die möglichst breit aufgestellt den Willen der Mehrheit zum Ausdruck bringt. In den Ratsfraktionen jedenfalls, so berichtet Griep, seien die Pläne durch die Bank auf Zustimmung gestoßen: „Wir fühlen den Rückenwind aller Parteien.“

Mitglieder zu werben und den Vorstand zu komplettieren, gehört zu den Nahzielen der Gründerväter. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20 Euro im Jahr. Eine gute Gelegenheit, Verein und Vorstand näher kennenzulernen, bietet die große Info-Veranstaltung am 6. Juni um 18.30 Uhr im Hotel Stadt Hameln. Nicht nur Mitglieder, ausdrücklich jeder an der Vergangenheit und Zukunft des Hochzeitshauses Interessierte ist hier willkommen. Eine erste Mitgliederversammlung plant der Verein für Anfang 2014.

Neben der Finanzierung des Festsaals steht der Verein noch vor weiteren offenen Fragen. Zum Beispiel: Wie sah das historische Vorbild eigentlich aus? Außer, dass der Saal im 17. Jahrhundert durch „schöne Fenster“ gefiel, sei kaum etwas über ihn bekannt, verrät Griep. Um das Geheimnis der Innenarchitektur zu lüften, möchte man wissenschaftliche Forschung anregen und hat dafür bereits Kontakte geknüpft.

Baugeschichtlich soll das Hochzeitshaus aber noch einen weiteren Akzent setzen: Neben der Weserrenaissance soll die Romanik im Mittelpunkt stehen. Dem Vorstand schwebt „eine Zentralstelle für die Dokumentation der Romanik im Weserbergland“ vor. Immerhin gelte es etwa 20 erhaltene romanische Kirchen und Klosterkirchen zu präsentieren. Mit dieser Thematik könne man ein Alleinstellungsmerkmal schaffen und „aus der Regionalität heraustreten“, heißt es in einem frühen Positionspapier der Vereinsgründer.

Kontakt: Helmut Griep, Tel.: 05151 / 21 949; Fax: 05151/ 106 23 43.

Helmut Griep will den „Bürgerverein Hochzeitshaus“ zu einer breit aufgestellten Bürgerbewegung machen. Aus der Ratspolitik verspürt er „Rückenwind“. Dana

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare